Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Journal
- Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Volume
- 6 (1931) (Neue Folge
- Issue
- Heft 4-5 (April 1931)
- Date
- 1931-04-01
- Page
- Seite 71 (sequence 20)
- Language
- German
- Belongs to
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Bevölkerung stärker besetzt ist als in der nicht jüdischen, figuriert auch bei jener stärker als bei dieser. Die Rolle des Krebses in der Sterblichkeit der älteren Gruppen der jüdischen Bevölkerung tritt besonders in Erscheinung, wenn man die Zahlen für die Gesamtsterblichkeit in diesen Gruppen denjenigen für die Sterblichkeit an Krebs entgegenhält. Von der Gruppe 25-30 Jahren an gestalten sich in Budapest diese Prozentsätze der Sterblichkeit an Krebs wie folgt: Gruppe 25-30: 3,2 %; 30-35 : 4,2 %; 35-40: 6,4 %; 40-45 : 7,9 %: 45-50 : 9,2 %; 50-55: 13,0 %; 55-60: 17,4 %; 60-65: 19,3 %. Von hier aus nehmen die Prozentsätze ab: Gruppe 65-70: bis 16,0 %; 70-75: bis 12,4 %, 75-80: bis 10,1 %; 80-85: bis 9,8 %; von 85 Jahren und weiter bis 5,2 %. Sehr anschaulich treten die Unterschiede zwischen den verschiedenen Altersgruppen in der folgenden Zahlenreihe hervor. Auf je 10000 Personen gleichen Alters starben an Carzinom: Aller: bei den luden bei den Nichtiudcn 0—20 ......... 0,1 0,t 20—40 ......... 1,7 2,5 40—60 ......... 18,2 26,2 60— ......... 84,1 89,6 Überhaupt....... 12,7 11,9 Wie wir sehen, bleibt die Bevölkerung unter 40 Jahren sowohl bei den Juden als auch bei den Nichtjuden fast gänzlich vom Krebs verschont. Intensiv wird die Mortalität erst in der Gruppe 40—60. Den Höhepunkt erreicht sie in der Gruppe von 60 Jahren und darüber. Hier ist die Mortalitätsziffer bei den Juden fast fünfmal, bei den Nichtjuden fast 4,5mal so hoch wie in der Gruppe 40—60. Gegenüber diesen Partialindices der einzelnen Gruppen ist sehr viel interessanter der Totalindex, der für den jüdischen Teil einen höheren Wert besitzt als für den nichtjüdischen, obwohl die Partialindices aller Einzelgruppen bei den Juden niedriger sind als bei den Nichtjuden. Dieses Paradoxon verliert aber seine ganze Rätselhaftigkeit, wenn wir in Erwägung ziehen, daß das spezifische Gewicht der älteren Gruppen bei den juden stärker ist als bei den Nichtjuden. Deshalb muß der Totalindex, da ja die älteren Klassen das Hauptkontingent für die Krebssterblichkeit zustellen, bei den Juden höher ausfallen als bei den Christen, selbst wenn die Partialindices bei beiden Bevölkerungsteilen gleiche Werte hätten, und sogar deinn, wenn sie, wie es in Budapest der Fall ist, bei den Juden niedriger sind. Behandeln wir die Lemberger Statistik (1922) nach dem gleichen Verfahren, wie wir soeben die Budapester behandelt haben, so eröffnen sich uns wiederum interessante Zusammenhänge. Es ergibt sich hier folgendes. Auf je 10 000 gleichen Alters starben an Krebs und sonstigen Neubildungen: bei den Juden bei den Nichtjuden Alier: absolut per 10000 absolut per 10000 0—20 ......... 3 1,0 5 1,0 20—40 ......... 17 6,1 45 8,2 40—60 ......... 52 34,1 101 32,2 oO— ......... 40 79,5 61 65,2 Überhaupt ...... 112 14,6 210 14,7 In der Altersgruppe 0—20 steht bei den Juden, wie bei den Nichtjuden, die gleiche unbedeutende Mortalitätsziffer für Krebs, in der Gruppe 20—40 71