Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Journal
- Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Volume
- 6 (1931) (Neue Folge
- Issue
- Heft 4-5 (April 1931)
- Date
- 1931-04-01
- Page
- Seite 64 (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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Im dritten Hauptsektor des Beamtentums, in der Verwaltung der staatlichen Betriebe sind die einzelnen Ressorts folgendermaßen beschickt: Gesamtzahl Jüdisch •/» Domänen- und Forstverwaltung..... 3 242 1 0,05 Bergbau.............. 242 2 0,8 Industrie und Handel......... 851 12 1,4 Post, Telegraph, Telephon usw...... 14142 308 2,2 Eisenbahnverkehrswesen ....... 51574 594 1,2 Bank-Instituten........... 5177 21 0,7 Uberblicken wir die betrachteten Reihen, so stellen wir zusammenfassend fest, daß die absolute Anzahl und der prozentuale Anteil der Juden in den höheren Rangstufen am niedrigsten sind. Dieser charakteristische Zug tritt noch auffälliger in Erscheinung, wenn man die einzelnen Beamtenkategorien in den verschiedenen Ämtern untersucht. Es zeigt sich dann, daß ein sehr großer Teil der jüdischen Beamten im Administrationsapparat den untergeordneten Kanzleibeamten zugeteilt ist. In dieser Beziehung unterscheiden sich die Verhältnisse in Polen von Grund auf von den Verhältnissen in anderen Ländern, in welchen jüdische Beamte gerade am häufigsten an leitender Stellung und nur in geringem Maße unter den kleinen Beamten zu finden sind. Eine Ausnahme bilden die jüdischen Beamten im Sanitätswesen, in den Behörden für öffentliche Arbeiten und im Eisenbahnverkehrswesen. Unter den 85 jüdischen Beamten der Gesundheitsbehörden finden wir nur 8 Kanzleibeamte (bei einer Gesamtzahl von 691 Kanzleibeamten); 8 zählten zu den leitenden Direktoren (168), 1 zu den Büroleitern (78); 56 Juden waren hier als Ärzte beschäftigt (560) und 8 als Aerzte- und Chemikerassistenten (154). Von den 24 Juden der Behörde für öffentliche Arbeiten hatten nicht weniger als 17 leitende Posten inne (4 Direktoren und 15 Vizedirektoren), die Gesamtzahl der Beamten stellte sich dabei entsprechend auf 542 und 329. Von den 594 jüdischen Beamten im Eisenbahnverkehrswesen gehören nur 61 dem kleinen Kanzleibeamtentum an (7011), die übrigen sind als Direktoren und Vizedirektoren (70 bei einer Gesamtzahl von 1736) oder als Spezialisten und Büroleiter beschäftigt. Juden Nichtjuden Ges.- Kanzleibeamie Ges.- Kanzleibeamte Zahl abs. % Zah; abs. o/„ Wojewodenu. Starostenbehörde . 61 50 82,0 6176 4 354 70,5 Admin. Beamte der Justizbehörde . 527 320 97,9 7 414 6 959 95,6 Finanzbehörde ........ 262 152 50,4 14957 7 001 46,8 Staatl. Handelsu. Industriebetriebe 12 6 50,4 819 545 42,1 Ein weiteres Interesse bietet die Verteilung der jüdischen Beamten auf die einzelnen Provinzen des polnischen Staates. Es ist bezeichnend, daß die Mehrheit der jüdischen Beamten bis auf die Lehrer in Galizien konzentriert sind, wie aus der nachstehenden Tabelle zu ersehen ist. Die Lehrerschaft dagegen ist überwiegend in den zentralen Wojewodschaften, die über eine größere. Anzahl von jüdischen Schulen verfügen, beherbergt. Von den 2108 jüdischen Lehrern hatten ihren Wohnsitz in: abs. «/„ Zentralwojewodschaften . . 1420 67,5 östliche Wojewodschaften . 80 5.8 Westliche Wojewodschaften 6 0,5 61