Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Journal
- Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Volume
- 6 (1931) (Neue Folge
- Issue
- Heft 4-5 (April 1931)
- Date
- 1931-04-01
- Page
- Seite 60 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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Die Prozentsätze bedürfen kaum einer Erläuterung. Daß verhältnismäßig mehr Inländer in der Lage sind von Vermögen, Renten und Pensionen, insbesondere aus den beiden letztgenannten Einkünften zu leben als Ausländer, ist ohne weiteres klar. Auffallend und kein günstiges Zeichen ist es, daß der Anteil der von Unterstützung Lebenden und der Insassen von Versorgungsanstalten bei beiden Gruppen ungefähr gleich groß ist. Daß auch heute noch, wie in früheren Zeiten, recht zahlreiche ausländische Schüler und Studenten in Preußen sind, zeigt die Tabelle ganz deutlich*). Statistik der jüdischen Staatsbeamten in Polen Von Dr. J. Davis, Krakau. Der ßeamtenapparat des polnischen Staates hat in den wenigen Jahren seines Bestehens einen Umfang erreicht, wie nur in wenigen anderen Ländern. Bereits im Jahre 1922, bald nach der Gründung des selbständigen Polens, als der Regierungsapparat noch im Werden begriffen war, wurden auf Grund genauer statistischen Berechnungen nicht weniger als 8,38 Regierungsbeamte auf je 1000 Einwohner gezählt, wobei die Beamte der Eisenbahnen und anderer staatlichen Betriebe nicht mitberechnet wurden. Zur selben Zeit betrug die Beamtenquote in den Vereinigten Staaten von Nordamerika nur 1,38 (im Jahre 1922/23), in England und Irland 5,11 (1921), in Dänemark 5,36 (1922/23), in Belgien 5,38 (1922), in Frankreich 8,58 (1922), in der Schweiz 8,55 (1922)**). Der bekannte polnische Wirtschaftsstatistiker Ludwik Landau macht in seiner neulich erschienenen Monographie über die Ergebnisse der Volkszählung 1921 die interessante Feststellung, daß 10,8 Prozent der gesamten nichtlandwirtschaftlichen berufstätigen Bevölkerung im staatlichen und kommunalen Dienst angestellt und darüber hinaus 8,2 Prozent im Post-, Telegraphen- und Eisenbahnwesen beamtet waren. Zusammen nahm somit der Verwaltungsapparat des Landes rund 19 % des erwähnten Teiles der Bevölkerung auf, während in der Industrie nicht mehr als 27,8 %, im Handel und nichtstaatlichen Verkehrswesen 19,6 %, im Handwerk 23,2 % und in den übrigen Wirtschaftszweigen nur 10,4 % beschäftigt waren.***) In den späteren Jahren 1922—31 schlug die Entwicklung eine Richtung ein, die eine Umfangserweiterung des Beamtensektors zur Folge gehabt hat. Der polnische Staat baute während dieser Zeit nicht nur seinen Yerwaltungsapparat aus, sondern hat sich zu einem der grössten Unternehmer des Landes entwickelt. Mit besonderem Eifer sah es die Regierung auf die etatistische Wirtschaftspolitik und auf die restlose Verstaatlichung der Tabak-, Zündhölzer- und Salzindustrie u. a. ab. Dadurch und ebenso durch das rasche Anwachsen der staatlichen und kommunalen Kreditenstalten, Krankenkassen, Versicherungsanstalten, Schulen und anderen Lehranstalten nahm die Zahl der Beamten in dauernd ansteigendem •Zu Seile 59: W 161 Von eigenem Vermögen, von Renten und Pensionen Lebende; W 162 Von Unterstützung Lebende, Insassen von Armenhäusern usw; W 163 Insassen von Irren- und Siechenanstalten; W 164 Nicht in ihrer Familie lebende Studierende, Seminaristen und Sdiüier, Zöglinge in Anstalten für Bitdung usw.; W 165 Insassen von Straf- und Besserungsanstalten; W 166= Ohne eigentlichen Beruf und ohne Berufsangabe; Faustvn Rasinsky: Statystyka pracownikow panstwowych w Polsce i zagranice. — Miesiecznik statYstyczny 1923 t. VI. Zeszyt 4. Warszawa. Ludwik Landau: Sklad zawodowy ludnosci Polski jako podstawa badania slruktury gospodarezej.— Instytut badania konjunktur gospodarczych i ccn. Sprawozdania i przyczynki naukowe. Nr. 11. 1931. Warszawa. 60