Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Journal
- Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Volume
- 6 (1931) (Neue Folge
- Issue
- Heft 4-5 (April 1931)
- Date
- 1931-04-01
- Page
- Seite 58 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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Inli indcr Aus iänder abs. •/• abs. e/c 4 591 48,31 701 58,50 . , 4653 48,96 1040 57,11 247 2,60 77 4,25 12 0,15 3 0,16 Zusammen . . . . 9 503 100,00 1821 100,00 Um die Unterschiede zwischen den In- und Ausländern, welche in der Schicht a;ind b sehr erheblich sind, zu verstehen, ist eine Auflösung der Wirtschaftsabteilung D in die einzelnen Wirtschaftsgruppen erforderlich. Wir können allerdings zur Vereinfachung die Verwaltungstätigkeit im engeren Sinne und das Heerwesen zusammenfassen, weil für das letztere die absolute Ziffer geringfügig ist, und auch sonst manche Gruppen, die in gewissem Sinne zusammengehörig sind, zusammenschließen. Inländer Ausländer abs. •/• abs. •/• 1. Diplomatie, Verwaltung, Rechtspflege . . . 1517 15,96 46 2,55 805 8,47 220 12,08 4. Rechtsberatung u. Interessenvertretung . . . 1690 17,78 265 14,55 . 5 226 55,95 296 16,25 5. Künstler, Privatgelehrte, Schriftsteller . . . 615 6,47 254 12,85 . 1502 15,81 685 57,62 148 1,56 75 4,12 Zusammen........... 9 503 100,00 1 821 100,00 Es gibt keinen einzigen "Wirtschaftszweig, der eine auch nur annähernd gleichartige Vertretung beider Bevölkerungsgruppen aufweist. Da die staatliche und städtische Verwaltung für ausländische Juden gar nicht in Frage kommt, sind sie in dem von uns mit 1 bezeichneten Wirtschaftszweig nur mit 2,55 % vertreten. Da im ganzen hier nur 46 Personen gezählt wurden, ist dies ein Zeichen dafür, daß auch in den jüdischen Gemeinden Preußens nur wenige Ausländer beschäftigt sind. Hingegen überwiegen vergleichsweise die Ausländer in der Sammelgruppe 2, weil ein erheblicher leil der Kultusbeamten (Rabbiner, Kantoren, Schächter usw.) aus dem Auslande stammt. Im Lehrerberuf, der hauptsächlich in Nr 3 enthalten ist, sind die deutschen Juden etwas stärker vertreten, aber auch die Ausländer stellen, hier ein ziemlich starkes Kontingent, weil es eine Anzahl von ostjüdischen Lehrstätten gibt und sich auch an sonstigen jüdischen Schulen in Preußen ausländische Lehrkräfte beschäftigt sind. Daß in der Rechtsberatung und Interessenvertretung — hierher gehören vor allem Rechtsanwälte und Notare — der Unterschied zwischen In- und Ausländern besonders groß ist, bedarf keiner weiteren Erklärung, ebenso daß hier von den Inländern fast 75%, von den Ausländern nur 27% selbstäudig sind. Besonders hoch ist der Anteil der Ausländer unter den Künstlern, Privatgelehrten und Schriftstellern. 28% aller Erwärbstätigen in diesem Wirtschaftszweig sind Ausländer; Noch stärker ist die Beteiligung der ausländischen Juden in der nächstfolgenden Gruppe 6. Mehr als 50 % aller Juden sind hier Ausländer. Die hohe Zahl von selbständigen erwerbstätigen inländischen Juden innerhalb der Rechtsberatung, im Theater- und Musikgewerbe prägt sich in dem höheren Prozentsatz dieser Schicht gegenüber den Ausländern in der Übersichtstabelle deutlich aus. 58