Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Journal
- Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Volume
- 6 (1931) (Neue Folge
- Issue
- Heft 1 (Januar 1931)
- Date
- 1931-01-01
- Page
- Seite 3 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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In den nachstehenden Ausführungen stellen wir die Daten für Lodz in Vergleich zu den für Warschau und für ganz Polen. Auf diese Weise lassen sich nicht nur die charakteristischen Züge der Lodzer jüdischen Bevölkerung plastisch abheben, sondern es treten dabei gesetzmäßige Zusammenhänge der beruflichen und sozialen Strukturen der jüdischen Bevölkerung und ihre Abhängigkeit von dem Charakter des Wohnortes. Der prozentuale Anteil der in den Wirtschaftsabteilungen «Handel und Versicherung» und «Industrie und Handwerk» beschäftigten Personen im Verhältnis zu der Gesamtmasse der Erwerbstätigen (ausschl. der Arbeitslosen) innerhalb einer jeden Bevölkerungsgruppe gestaltet sich wie folgt: in Lodz in Warschau in ganz Polen bei den bei den bei den bei den bei den bei den Juden N. Juden Juden N.Juden Juden N.Juden Handel und Versicherung . . 31,0 7,8 35,4 12,8 35,1 1,5 Industrie und Handwerk . . 44,0 63,4 36,4 29,2 32,2 7,7 Bei den Juden erreicht die Quote der in der Industrie und im Handwerk Beschäftigten ihren Höchstwert in Lodz, der mit 44,0 % den durchschnittlichen Wert dieser Quote für das ganze Land um ein Drittel, denjenigen für Warschau um etwa ein Viertel übersteigt. Bei den Nichtjuden differieren die Werte für Lodz, Warschau und das ganze Land unvergleichlich stärker. Auch hier erreicht die in Frage stehende Quote ihren höchsten Wert mit 63,4% in Lodz, der aber achtmal so groß wie in Warschau ist. Die im Handel und Versicherung beschäftigten Personen machen bei der jüdischen Bevölkerung von Lodz einen fünfmal höheren Prozentsatz im Verhältnis zu der Gesamtheit der erwerbstätigen Bevölkerung dieser Gruppe aus als durchschnittlich im ganzen Lande, aber einen bedeutend niedrigeren Prozentsatz als in Warschau. Die Tatsache, daß die Differenz zwischen der Lodzer und landesdurchschnittlichen Quote bei der jüdischen Bevölkerung beträchtlich kleiner ist als bei der nichtjüdischen, erklärt sich aus dem überwiegend ländlichen Charakter der letzten Gruppe, die in ihrem größten Teile in der Landwirtschaft beschäftigt ist. Betrachten wir nunmehr die Verhältnisse nicht nach dem Merkmal der inneren Gliederung jeder der beiden Bevölkerungsgruppen, sondern nach der Beteiligung der Juden im Bereich der einzelnen Wirtschaftsabteilungen, so finden wir, daß von je 100 Personen gezählt werden Juden: in Lodz in Warschau in aanz Polen in der Gesamtbevölkerung . . . 34,5 33,1 10,5 unter den Erwerbstätigen .... 29,0 27,3 6,8 in «Handel u. Versicherung» . . 61,6 50,9 62,6 in «Industrie u. Handwerk» . . . 22,1 32,0 23,5 Der Anteil der Juden unter den Erwerbstätigen ist überall niedriger als ihre Bevölkerungsquote, wobei jedoch die Spanne zwischen den Anteilssätzen für das ganze Land bei weitem größer ist als für die zwei Städte. Das erklärt sich daraus, daß der überwiegende Teil der Gesamtbevölkerung Landwirtschaft treibt und in dieser der Prozentsatz der Erwerbstätigen höher ist als in der städtischen, namentlich in der handeltreibenden Bevölkerung. Der Anteil der Juden in der Abteilung «Handel und Versicherung» ist, im Gegenteil, überall höher als die Bevölkerungsquote, und zwar in Lodz fast zweimal, in Warschau 1,5 mal und im ganzen Lande sechsmal. Im Bereich der Abteilung «Industrie und Handwerk» weist Lodz 3