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Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden · 1931-01-01 · Heft 1 (Januar 1931) · p. Seite 2

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Journal
Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
Volume
6 (1931) (Neue Folge
Issue
Heft 1 (Januar 1931)
Date
1931-01-01
Page
Seite 2 (sequence 3)
Language
German
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Zw Charakteristik der wirtschaftlichen Struktur der Juden in Polen Von Jakob Lestschinsky, Berlin Die veröffentlichten Ergebnisse der Volkszählung in Polen 1921 weisen eine bedauerliche Lücke auf, insofern als die Großstädte, mit Ausnahme von Warschau, nicht ausgeteilt und keiner getrennten Bearbeitung unterzogen worden sind. Aus diesem Grunde hatten wir nicht einmal für solch eine bedeutende Stadt wie Lodz, die sich doch wesentlich von anderen Großstädten Polens unterscheidet, die Möglichkeit, die berufliche und soziale Gliederung der jüdischen Einwohnerschaft dieses Ortes in einwandfreier Weise zu beleuchten. Umso größeren Dank verdient der durch seine zahlreichen interessanten Veröffentlichungen bekannte Leiter des Statistischen Amtes der Stadt Lodz, Herr Eduard Rosset, für sein freundliches Entgegenkommen, durch welches er uns die Möglichkeit gewährt hat, die erwähnte Lücke auszufüllen. An der Hand des uns zur Verfügung gestellten urkundlichen Materials können wir einen Einblick gewinnen in die uns interessierten Verhältnisse der Lodzer jüdischen Bevölkerung. Das Material hat noch heute einen nicht zu unterschätzenden Wert, obwohl die Daten inzwischen, durch die während der verflossenen 10 Jahre eingetretenen Veränderungen, zum Teil überholt sind. In der beruflichen Gliederung der jüdischen und nichtjüdischen Bevölkerung der Stadt Lodz zeigt sich, wie wir aus der nachstehenden Tabella ersehen, ein ausgesprochener Unterschied zwischen beiden Teilen der Einwohnerschaft lediglich in bezug auf den Anteil der Abteilungen «Industrie und Handwerk» und «Handel und Versicherung». Die Abteilung «Industrie und Handwerk* ist in der nicht jüdischen Gruppe von 63,4% aller Erwerbstätigen beschickt, während bei den Juden der entsprechende Anteil um rund 20 Punkte niedriger ist. Umgekehrt beansprucht die Abteilung «Handel und Versicherung» bei der jüdischen Bevölkerung einen viermal höheren Prozentsatz der Erwerbstätigen als bei der nichtjüdischen (51,0 : 7,8%). Alle übrigen Abteilungen spielen in beiden Gruppen fast die gleiche Rolle. Sogar der von der jüdischen Bevölkerung geringgeschätzte Beruf der Hausdienste figuriert in beiden Gruppen mit gleichen Quoten. wirtschansabteilung Erwerbstä tige Berufszugehörige Jüd. Devölk. Juden Nichtjuden Von je 100 Erwerbstätigen warenj Juden abs. % Auf je 100 Erwerbstätige entfallen Angehörige abs. % abs. % Landwirtschaft .... 44 0,1 2005 1,5 2,1 118 0,1 168,2 Industrie und Handwerk . 24450 44,0 86 331 63,4 22,1 67779 43,4 177,2 Handel und Versicherung 17186 31,0 10693 7,8 61,6 59279 38,0 244,9 2153 3,9 4887 3,6 30,6 7042 4,5 227,1 Off. Dienst u. Freier Beruf 2514 4,5 7 851 5,8 24,3 5 778 3,7 129,8 Heer und Marine . . . 66 0,1 1393 1,0 4,5 126 0,1 90,9 4126 7,4 9 768 7,2 29,7 5259 3,4 27,6 Arbeitslos u. a.* 4047 7,3 9 779 7,2 29,3 7977 5,1 97,1 Ohne Beruf und unbek. 946 1,7 3417 2,5 21,7 2797 1,7 195,7 Insgesamt .... 55 532 100,0 136 124 100,0 29,0 156 155 100,0 181,2 *Ohne Betriebszugehörigkeit 2

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