Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Journal
- Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Volume
- 6 (1931) (Neue Folge
- Issue
- Heft 1 (Januar 1931)
- Date
- 1931-01-01
- Page
- Seite 1 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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ZEITSCHRIFT für DEMOGRAPHIE und STATISTIK der JUDEN Schriftleitung Dr. Jacob Segall I. Koralnik Gjakrgang JailUaT 1931 JVß 1 (Neue Folge)___ Nachdruck der Abhandlungen ist nur mit besonderer Genehmigung, des übrigen Inhalts nur mit vollständiger Quellenangabe gestattet. Unsere Aufgaben Das Büro für Statistik der Juden steht vor einer Reihe von' wichtigen Aufgaben, die dringend der Erledigung harren. Die erste und bedeutsamste ist die Herausgabe des «Handbuchs der jüdischen Gemeindeverwaltung», das zum letzten Mal im Jahre 1925 erschienen ist. Seitdem sind so wesentliche Veränderungen im Leben der jüdischen Gemeinden eingetreten, daß eine neue Feststellung der Bevölkerungsverhältnisse, der finanziellen Lage, Kultureinrichtungen und kulturellen Einrichtungen nottut. In den nächsten Tagen werden Fragebogen an sämtliche Gemeinden herausgehen, deren sorgfältige Beantwortung die Voraussetzung für eine objektive Darstellung der jüdischen Gemeindeverhältnisse in Deutschland bildet. Unabhängig von dem geplanten Handbuch, das gewissermaßen eine neue Inventuraufnahme der Gemeinden und ihrer Einrichtungen bedeutet, soll versucht werden, in einer Schrift «Die Juden in Deutschland nach dem Kriege» die Situation der deutschen Juden in knapper Form vom soziologischen Gesichtspunkte aus zu kennzeichnen. Das reichhaltige Material der letzten Volkszählung, das im Silbergleitschen Werke «Die Bevölkerungs- und Berufsverhältnisse der Juden im Deutschen Reich» niedergelegt ist, wird zur Auswertung gelangen. Eine wichtige Ergänzung bilden die amtlichen Veröffentlichungen der einzelnen Bundesstaaten, soweit die Bevölkerungsbewegung in Frage kommt. Das Material der Fragebogen wird die Unterlage für die Darstellung der wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Verhältnisse in den Gemeinden geben. Es sollen ferner, soweit amtliche Quellen vorliegen, das Unterrichtswesen und die durch Wahlen gekennzeichnete innerpolitische Situation zu Behandlung gelangen. Von der ideellen und materiellen Förderung seitens der Gemeinden, Verbände und Institutionen wird es abhängen, ob und in welchem Ausmaße es gelingen wird das eben skizzierte Arbeitsprogramm in den nächsten Monaten durchzuführen. Büro für Statistik der Juden Dr. Jacob Segall 1