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Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden · 1930-12-01 · Heft 6 (Dezember 1930) · p. Seite 89

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Journal
Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
Volume
5 (1930) (Neue Folge)
Issue
Heft 6 (Dezember 1930)
Date
1930-12-01
Page
Seite 89 (sequence 10)
Language
German
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wettzumachen, die der fast unveränderlichen kleinen Gruppe von Zahlern auferlegten Steuerbeträge. Abgesehen von der grundsätzlichen Unzulänglichkeit eines solchen Verfahrens werde dabei das gewünschte Resultat durchaus nicht erreicht. Die Folge davon seien fortwährende Beschwerden der schwer Besteuerten bei ihren Gemeindeverwaltungen und, wenn diese erfolglos bleiben, wenden sich die betroffenen Personen an die Behörden. Das Gemeindewesen werde durch diese Art der Steuererhebung geschädigt, wodurch die Gemeindeeinrichtungen und die Kultusbeamten in Mitleidenschaft gerissen werden, so daß diese zuweilen sich genötigt sehen, beim Kultusministerium Anträge um Beihilfe zu stellen. Im Interesse der Gemeinde und der Finanzpolitik des Staates stellt daher das Ministerium den Starosten anheim, dafür zu sorgen, daß bei der Aufstellung der Etats und Steuerlisten der Gemeinden alle Steuerkräftigen Mitglieder derselben herangezogen werden. Die Gegensätze zwischen der Einstellung der Gemeindeverwaltungen und der Regierungsstellen haben schon wiederholt zu heftigen, unliebsamen Konflikten geführt. Die Gemeindeetats bleiben oft nicht bestätigt, weil die Zensiten nach dem Dafürhalten der Behörden zü stark belastet werden. Die wirkliche Finanzlage der jüdischen Gemeinden in Polen läßt sich aus ihren amtlichen Berichten an das Kultusministerium erschließen. Im nachstehenden soll das dem Ministerium zugegangene Berichtsmaterial von 388 jüdischen Gemeinden Kongreß-Polens und der Wojewodschaft Bialystok für 1926 und die dem Institut zum Studium der Fragen der nationalen Minderheiten in Polen eingesandten Mitteilungen von 115 Gemeinden Galiziens für 1928 untersucht werden. Die erwähnten 503 Gemeinden beherbergen zusammen 1874149 Juden, d. i. zwei Drittel der gesamten jüdischen Bevölkerung Polens. Aus dem Material ergibt sich, daß der Kreis der Zensiten nur 10% (Galizien) bis 13% (Kongreß-Polen und Bialystok) der ganzen jüdischen Einwohnerschaft ausmacht. Es wären in Jüd. Bev. Zensiten o/0 Kongreß-Polen u. Bialystok (388 Gem.) . . 1551367 173101 12,8 Galizien (115 Gemeinden) ....... 522 782 55 541 10,2 Dabei tritt die Tatsache in Erscheinung, daß je kleiner die Gemeinde, desto größer der Prozentsatz der Steuerzahler ist. In den Grenzen Kongreß- Polens und der Wojewodschaft Bialystok beträgt er: in den Gemeinden mit weniger als 1000 Juden .... 17,7 in den Gemeinden mit 1000—10000 Juden .... 15,5 in den Gemeinden mit mehr als 10000 Juden . . . . 11,9 darunter in Warschau . . . . 10,0 Diese merkwürdige Erscheinung erklärt sich dadurch, daß in der Kleinstadt der Wohlstand der jüdischen Bevölkerung so gering ist, daß, um die Mittel zur Aufrechterhaltung des Gemeindewesens aufzubringen, weiteste Kreise der Bevölkerung zur Steuerzahlung aufgefordert werden müssen. Nicht selten legen sich mehrere kleine Nachbargemeinden zusammen, um ihren dürftigen Etat zu bestreiten. Uber die Steuerveranlagung der jüdischen Bevölkerung in Polen unterrichten uns im einzelnen die nachstehenden Daten. 175101 Zensiten der 588 Gemeinden (Kongreß-Polen und Wojewodschaft Bialystok) wurden im Jahre 1926 zusammen mit 5.261.277,94 Zlotys, d. i. durchschnittlich mit 89

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