Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Journal
- Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Volume
- 5 (1930) (Neue Folge)
- Issue
- Heft 6 (Dezember 1930)
- Date
- 1930-12-01
- Page
- Seite 90 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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- Radom 1× ep/1000823
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50,4 Zlotys (etwa 15 RM.) pro Kopf besteuert. Die 53 541 Zensiten der 115 galizischen Gemeinden wurden im Jahre 1928 mit 999.195 Zlotys, d. i. durchschnittlich mit 18,7 Zlotys pro Zensit veranlagt. Speziell in Warschau wurden die 51208 Steuerzahler mit 1.429.119 ZL, also durchschnittlich 45,8 ZI. pro Kopf belastet. Noch aufschlußreicher gestaltet sich das Bild, wenn wir eine Gliederung der Zensiten nach der Höhe der Steuerleistung vornehmen. Für Warschau und Lublin gewinnen wir folgende Zahlen: Sieuerleistung pro Jahr: Warschau Lublin Zahl der Zensiten °/o Zahl dtr Zensiten °/o 3 380 10,8 2.258 42,0 14.965 48,0 1.875 34,8 6.700 21,5 771 14,3 50 —100 „ ........ 2.746 8,8 232 4,3 3.417 10,9 247 4,6 31.208 100,0 5.383 100,0 Die überwiegende Mehrheit der zur Steuerzahlung herangezogenen Bevölkerung zahlt somit nicht mehr als 5—25 Zlotys jährlich. Die höchste Kategorie der Steuerzahler (über 100 ZI.) beträgt in Warschau nur 10,9%, in Lublin sogar nur 4,6% der Besteuerten. Es zahlen ferner — um nur einige bekannte Städte zu erwähnen — in Siedlec: 43,7% der Zensiten unter 5 Zlotys, 41,5% je 5—25 Zlotys, 8,4% je 25—50 Zlotys, 5,8% je 50—100 Zlotys und nur 2,8% über 100 Zlotys durchschnittlich jährlich. Die höchste Steuerleistung beträgt in Warschau 1200 Zlotys, in Lodz, Piotrkow, Wloclawek und Drohobycz 1000 Zlotys, in Bendzin 800, in Radom 500, in Czenstochow 400. Es liegt nahe, einen Vergleich mit den Vorkriegsverhältnissen zu versuchen. Wir verfügen dazu über die Zahlen für Warschau, die in der Arbeit von Dr. Horowicz und R. Kempner im «Kwartalnik poswiencony badaniom spraw zydowskich», Warschau 1915, enthalten sind. Aus der Gegenüberstellung der Daten für 1905—12 und 1926 ergibt sich, daß in der Vorkriegszeit die durschnittliche Steuerlast pro Zensit fast dreimal so groß war wie im Jahre 1926. So sehen wir: Zensiten Steuer (in ZI.«) Durchschnitt Von je 100 der Bev 1905 ...... 7 905 776022 98,2 5,0 1906 ...... 7 055 989 225 140,4 2,7 1909 ...... 6 655 1059 558 159,5 2,4 1912 ...... 11556 1596 257 122,0 5,9 1926 ...... 51 208 1 429119 45,8 10,0 •errechnet nach dem Paritätsschlüssel 4,59 Zl.= l Rubel. Die Steuern bilden im Durchschnitt die zweitwichtigste Einnahmequelle der jüdischen Gemeinden. In der nachstehenden Tabelle wird die Gestaltung des Einnahmeetats von den 588 Gemeinden Kongreß-Polens und der Wojewodschaft Bialystok gezeigt. Die Steuern beteiligen sich dabei mit 59,2%, während der erste Posten den Schechita-Einnahmen mit 44,9% zukommt. Dabei soll hervorgehoben werden, daß der Posten Schechita in den Etats für Warschau, Lodz und andere der größten Gemeinden fehlt, weil das Schächtwesen hier selbständig verwaltet wird, obwohl die Regierung mit Ent- 90