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Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden · 1930-11-01 · Heft 5 (November 1930) · p. Seite 73

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Journal
Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
Volume
5 (1930) (Neue Folge)
Issue
Heft 5 (November 1930)
Date
1930-11-01
Page
Seite 73 (sequence 10)
Language
German
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schulen liegt. Was dagegen die Entwicklung der jüdischen Lehrer und der jüdischen Schulen angeht, so setzt die seit langem (in Preußen) beobachtete Verminderung sich weiter fort. Die an sich geringe Zahl der jüdischen Lehrer an den öffentlichen Schulen ist von 1921/22 auf 1926/27 von 453 um 28 v. H. auf 327 (von insgesamt 181 000) gefallen.* Zum Teil hängt dies mit dem Rückgang der Zahl der jüdischen Volksschulen zusammen. Von 100 Lehrern waren 1921 0,23 jüdisch, 1926 nur noch 0,18. Der Anteil der Juden an der Lehrerschaft bleibt also, wie seit langem, in ihrem Anteil an der Bevölkerung und an den Schulkindern zurück. Er hat sich verringert, obwohl der Anteil der Schulkinder etwas gestiegen ist. Die Bewegung in den wichtigsten Ländern ist nachstehend zusammengefaßt: Länder 1921/22 1926/27 Rückgang der Zahl der jüd. Lehrer (in o/o) Gesamtzahl davon jüdisch Gesamtzahl davon jüdisch abs. % abs. <Vo 116.765 289 0,25 109.648 216 0,20' 25,0 10.578 64 0,61 8.904 51 0,57 20,3 24.034 68 0,28 20.282 46 0,23 32,3 7.581 53 0,70 6.782 36 0,53 32,0 4.423 26 0,59 4.093 22 0,54 15,4 43.143 17 0,04 40.159 7 0,02 58,8 195.946 453 0,23 180.964 327 0,18 27,8 Land Sachsen hat keine jüdischen Lehrer. Es ist beachtenswert, daß in Baden, Hessen und Berlin, in denen der Anteil der Juden an der Lehrerschaft besonders hoch über dem Reichsdurchschnitt steht, keine öffentlichen jüdischen Volksschulen bestehen, der Anteil der jüdischen Kinder aber besonders hoch ist. Die Zahl der öffentlichen Volksschulen im Reich beträgt rund 53 000 und ist seit 1921/22 nicht wesentlich gewachsen. Hinter ihrer scheinbaren Stabilität stecken jedoch die entgegengesetzten Entwicklungsrichtungen der verschiedenen konfessionellen Gruppen. Die katholischen und die paritätischen (einschließlich der Sammelschulen) haben sich absolut wie anteilig vermehrt (15 281 bzw. 8 549 i. J. 1926/27 gegen 15 009 bzw. 8 362 i. J. 1921/22), die evangelischen und — anteilig wesentlich stärker noch — die jüdischen Schulen sind zurückgegangen (von 29185 bzw 207 i. J. 1921/22 auf 28 883 bzw. 122 i. J. 1926/27). Während es einige Bezirke gibt, in denen auch die Zahl der evangelischen Schulen sich vermehrt hat, sind die jüdischen Schulen überall vermindert worden. Im ganzen ist ihr Anteil von 0,59 auf 0,23 gefallen. öffentliche jüdische Volksschulen bestehen 1926/27 nur noch in Preußen (94 gegen 155 i. J. 1921/22), Bayern (25 gegen 44 i. J. 1921/22) und Württemberg (3 gegen 9 i. J. 1921/22); die für 1921/22 noch in Thüringen ausgewiesene jüdische Schule ist fortgefallen. Es scheint, daß weder die Zahl der jüdischen Kinder noch ihr Anteil damit in Zusammenhang gebracht werden kann, ob jüdische Volksschulen bestehen. * Die Zahl der evangelischen und der katholischen Lehrer ist um je rund 8 v. H. gefallen, die der «religionslosen» um 787 oder 118 v. H. gestiegen.

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