Mannheim
Compact Memory

Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden · 1930-11-01 · Heft 5 (November 1930) · p. Seite 71

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
Volume
5 (1930) (Neue Folge)
Issue
Heft 5 (November 1930)
Date
1930-11-01
Page
Seite 71 (sequence 8)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
99% known words query
IRI
…/2650397-2650417-2650422--5712-2651118
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

sind rund 25 v. H. weniger. Die Zahl der jüdischen Kinder in den Öffentlichen Volksschulen ist in der gleichen Zeit von rund 25 300 auf rund 19 900 gefallen; der Rückgang beträgt rund 3400 oder 15 v. H. Ihr Anteil ist jedoch —« aus den oben skizzierten Gründen — von 0,26 v. H. auf 0,30 v. H. gestiegen. Besonders stark ist der Anteil der jüdischen Kinder in Preußen gestiegen, nämlich von 0,27 auf 0,34 v. H.. Innerhalb Preußens zeigen die östlichen und die westlichen Provinzen scharf getrennte Tendenzen. In vielen östlichen Provinzen ist seit 1921/22 nicht nur der Anteil (wie durchweg) gewachsen, sondern auch die absolute Zahl der jüdischen Kinder (z. B. in Ostpreußen, Berlin, Brandenburg, Pommern, Niederschlesien). In mehreren westlichen Provinzen jedoch, z. B. in der Rheinprovinz, in Hessen- Nassau, in Westfalen, hat die absolute Zahl zum Teil sehr stark abgenommen. Es ist anzunehmen, daß die Erhöhung der Zahl der Kinder, die in manchen Gebieten von einer Erhöhung des Anteils der Juden an der Bevölkerung überhaupt begleitet ist, zum Teil auf den Zustrom aus den abgetretenen Gebieten zurückzuführen ist. Die gleiche Tendenz wie in Preußen läßt sich fürs Reich überhaupt feststellen: die westlichen Länder zeigen die stärkste Abnahme der jüdischen Kinder. Während die Abnahme der Kinder überhaupt sich im allgemeinen in der Nähe des Reichsdurchschnitts von 25 v. H. hält, ist die Zahl der jüdischen Kinder in den öffentlichen Volksschulen von 1921/22 auf 1926/27 gefallen in Bayern um 36%, in Baden um 42%, in Hessen um 35%, in Württemberg um 36%. Sowohl bei den Ländern wie bei den preußischen Provinzen handelt es sich meist um Bezirke, in denen der Anteil der jüdischen Kinder stets recht hoch war. Neben die obige Deutung der Zunahme in den östlichen Provinzen muß also noch eine andere treten. Es scheint, daß in den westlichen Gebieten die Gewohnheit, die Kinder in die Volksschulen zu schicken, aus historischen Gründen schon länger bestand. Deshalb macht sich der Rückgang der absoluten Zahl der jüdischen Kinder überhaupt hier so sehr stark geltend. Im Osten aber kommt zu dem absoluten Zuwachs aus den abgetreteten Gebieten dann die Umleitung der jüdischen Kinder nach den neuen Schulgesetzen als verstärkendes Moment hinzu. Länder 1921/22 1926/27 Abnahme ■ (in 0/0) gegen 1921/22 Gesamtzahl der Schüler davon jüdisch Gesamtzahl der Schüler davon jüdisch abs. •k abs. J o/9 der Gesamtzahl der jüd. Schüler 5 470.405 15.043 0,27 4.173,876 14.1671 0,34 23,7 5,8 davon Berlin . . 376.940 4.873 1,30 271.109 5.339 1,95 28,1 + 9.6 Bayern...... 1.045.559 2 760 0,26 761.479 1.770 0,23 27,2 35,9 720174 1.516 0,21 507.234 1.319 0,26 29,6 13,0 Württemberg .... 361.754 474 0,13 254.564 304 0,12 29,6 35,9 360.700 1.532 0,42 261.600 892 0,34 27,5 41,8 194.189 1.395 0,72 146.024 904| 0,62 24,8 35,2 Während der Anteil der Juden an der gesamten Bevölkerung des Reiches bei der Volkszählung vom 16. 6. 1925 0,90 v. H. ausmachte, machte der Anteil der jüdischen Kinder in den öffentlichen Volksschulen 1926/27 nur 0,30 v. H. aus. Die Beteiligung der jüdischen Bevölkerung an der Be- 71

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.