Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Journal
- Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Volume
- 5 (1930) (Neue Folge)
- Issue
- Heft 4 (Oktober 1930)
- Date
- 1930-10-01
- Page
- Seite 60 (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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das Jahr 1926 mit 4082 neuangesiedelten Familien. 1927 werden die ukrainischen Kolonien von einer Mißernte heimgesucht, in deren Folge ein großer Teil der früher angesiedelten Kolonisten in die Städte zurückkehrt, und so sehen wir, daß am 1. Januar 1928 der Gesamtbestand der Ansiedler nur um 2060 Familien höher als am 1. I. des Vorjahres. Die nachfolgenden zwei Jahre 1928-1929 bringen einen nur unbeträchtlichen Zuwachs. Das hat seinen Grund zum Teil in den Wirkungen der Mißernte 1928 und zum anderen Teil im scharfen Vorgehen der Sowjetregierung gegen die Bauernschaft im Winter 1928/29, namentlich in der Einziehung der Getreidebestände zu den amtlichen niedrigen Preisen und in der Zwangskollektivierung, wodurch nicht nur eine Verringerung der Zuwanderung, sondern auch eine starke Abwanderung der älteren Kolonisten nach ihren früheren Wohnorten bewirkt wurde. Republik 1.1. 1925 i . I. 1926 1.1. 1927 1.1. 192Ö 1.1. 1929 1.1. 1930 1.097 2.798 5.619 6 267 6.441 7.623 Zuwachs gegen Vorjahr 1-097 1.701 2.821 648 174 1.182 623 94:3 1.637 2.312 3.254 3.186 Zuwachs gegen Vorjahr 623 320 694 675 942 - 68 — 790 1.192 1.519 2.406 3.406 Zuwachs gegen Vorjahr _ 790 402 327 887 1000 R. S. F. S. R. (ausschl. Krim u. Birobidjan). . — 224: 389 656 831 1.031 Zuwachs gegen Vorjahr _ . 224 165 267 175 200 Usbekistan ...... _ _ _ 143 401 581 Zuwachs gegen Vorjahr ' _ _ _ 143 258 180 — — — — 141 141 Zuwachs gegen Vorjahr _ _ _ 141 _ 1.720 4.755 8.837 10.897 13.474 15.968 Zuwachs gegen Vorjahr 1.720 3.035 4.082 2.060 2.577 2.494 In den einzelnen Republiken gestaltete sich die Dynamik der Kolonisierung abweichend von den Verhältnissen im ganzen Lande. In der Ukraina wird die in den Jahren 1924—26 in raschem Tempo einsetzende Bewegung jäh durch die Mißernte 1927/28 gebremst. Die Folge davon ist, daß, während das Jahr 1926 einen Zuwachs von 2821 Familien aufweist, wir für die Jahre 1927 und 1928 einen Zuwachs von lediglich 648 resp. 174 Familien verzeichnen können. Die ausgezeichnete Ernte 1929 lockt von neuem eine bedeutende Anzahl von städtischen Einwohnern aufs platte Land und hebt den Bestand auf 1182 Familien empor. Im Gegensatz dazu nimmt die Bewegung in der Krim, die sich im Jahre 1928 der größten Zuwachswerte im Vergleich mit allen übrigen Republiken erfreute, eine katastrophale Wendung an. Die Abwanderung erreicht solche Ausmaße, daß sie schließlich die Zuwanderung übertrifft. Dabei sind es diesmal nicht nur die jüngeren Schichten, die dem neuen Heim den Rücken kehren, wie es in früheren Jahren der Fall war, sondern es sind bezeichnenderweise ältere Kolonisten, die die Flucht vom flachen Lande ergreifen: über ein Fünftel der Kolonisten aus den Jahren 1925/28 kehrt nach den Städten zurück. Das Jahr 1928/29 bringt somit eine vollständige Verschiebung der Rollen der einzelnen Bodenfonds. Im Jahre 1928 gleitet Ukraina in eine der 60 -