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Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden · 1930-10-01 · Heft 4 (Oktober 1930) · p. Seite 59

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Journal
Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
Volume
5 (1930) (Neue Folge)
Issue
Heft 4 (Oktober 1930)
Date
1930-10-01
Page
Seite 59 (sequence 12)
Language
German
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Ergebnisse der jüdischen Kolonisation in SowjetruBland Von Dr. N. G e r g e 1, Berlin Die staatliche Plan-Kolonisierung von Juden in Sowjet-Rußland wurde durch die am 29. August 1924 erfolgte Einsetzung der Kommission für landwirtschaftliche Einordnung der werktätigen Juden (KOMSET) eingeleitet und erfolgte zunächst in den Steppen der Ukraine und in der Krim. Zu der Entschließung, eine Kolonisierung von Juden in großem Umfange vorzunehmen, sah sich die Sowjetregierung durch den Umstand veranlaßt, daß in der Folge der Revolution und der veränderten sozialwirtschaftlichen Verhältnisse im Lande gewaltige Massen der jüdischen Bevölkerung gezwungen waren ihre herkömmlichen Berufe aufzugeben und in der Einreihung in die landwirtschaftlichen Berufe Rettung zu suchen. Noch vor der Gründung des KOMSET begaben sich vereinzelte Gruppen ukrainischer und weißrussischer Juden, die in der nördlichen Ukraina bzw. in Weißrußland keinen freien Boden erstehen konnten, nach den Steppengebieten der Ukraina und der Krim und siedelten sich dort, bei weitgehender Unterstützung durch die Regierung, landwirtschaftlich an. In den Jahren 1923 und 1924 stellte die Regierung in diesen Gebieten 55 542 ha Boden für die jüdische Ansiedlung zur Verfügung, und zwar in der Steppen-Ukraina 15 637 ha (10 270 ha im Rayon Odessa und 5367 ha im Rayon Kriwoj-Rog) und in der Krim 19 905 ha. Die Zahl der jüdischen Familien, die sich in diesen Jahren ansiedelte, erreichte 1720, wovon 662 auf den Rayon Odessa, 435 auf Kriwoj-Rog und 623 auf die Krim entfallen. Das Ergebnis der Maßnahmen des «KOMSET» äußert sich, zum 1. Januar 1930, in der Vergrößerung des Areals der jüdischen Kolonisation um das 13fache (abgesehen von der Siedlungsfläche in Birobidjan), die sich in folgendem Tempo entwickelt hat: t. I. 1926 1. I. 1927 1. I. 1928 1. I. 1929 1. L 1930 Areal (in ha) . . . 107 658 212425 325183 344170 468 714 Zuwachs geg. Vorjahr 72116 104 767 112 758 18 987 106 531 Von den 468 714 ha zum 1. Januar 1930 entfallen auf die Krim 227 956, auf die Ukraina 184087, auf Weißrußland (Bialorus) 28 492, auf RSFSR (ohne die Krim und Birobidjan) 24805, auf Aserbeijan 1725, Usbekistan 1640 ha. Die Gesamtzahl der im Zeitraum 1924—1930 kolonisierten Familien beläuft sich auf 15 968. Nach Abzug der 1720 Familien, die sich aus eigenem Drange in den Jahren 1923—24 in der Krim und dem ukrainischen Steppengebiet besetzt haben, bleiben als Ergebnis der von der Regierung betriebenen Plankolonisierung nur noch 14248 Familien. Zum Bedauern verfügen wir über keine genauen Unterlagen über den Ab- und Zugang in den Kolonien der einzelnen Republiken für die einzelnen Jahre. Es bleibt uns daher nichts übrig, als die Dynamik der Kolonisation durch die Differenz der Anzahl der im Bereich der Bodenfonds angesiedelten Familien zu Beginn zweier aufeinander folgender Jahre auszudrücken. Als «angesiedelt» sollen nur diejenigen Kolonisten gerechnet werden, die nach ihrer Ankunft die Wintersaat bestellt haben. Die nachstehende Tabelle läßt erkennen, daß die Glanzleistungen der Plankolonisierung in die Jahre 1925—26 fallen. Den Höchstzuwachs zeigt 59

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