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Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden · 1930-10-01 · Heft 4 (Oktober 1930) · p. Seite 50

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Journal
Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
Volume
5 (1930) (Neue Folge)
Issue
Heft 4 (Oktober 1930)
Date
1930-10-01
Page
Seite 50 (sequence 3)
Language
German
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Das Sommersemester 1950 brachte unter den 132 090 Studierenden im Reiche 4972 jüdische Kommilitonen. Wir finden in: Insgesamt Juden Universitäten u. Tierärztlichen Hochschulen . 100 381 4263 Technischen Hochschulen u. Bergakademien . 22 469 530 Landu. Forstwirtschaftlichen Hochschulen . 1639 12 Handelshochschulen.......... 3 447 152 Pädagogischen Akademien........ 2 382 15 Philosophisch-theologischen Hochschulen . . 1772 — Der Vergleich mit den früheren Jahren läßt erkennen, daß die Gesamtzahl der Studierenden im Reiche im Berichtssemester eine beispiellose Höhe erreicht hat. Die inländische Studentenschaft, die selbstverständlich allein maßgebend ist für die in Frage stehenden Verhältnisse, zeigt eine Aufwärtsbewegung von 62899 im Sommersemester 1911 und 69 521 im Sommersemester 1914 auf 81556 (1925), 87 284 (1926), 94979 (1927), 105 826 (1928), 116 949 (1929) und schließlich 125 081 (1950), im gleichen Sommersemester und auf gleichem Territorium. Das bedeutet einen Anstieg um 79,9% gegenüber der Vorkriegszeit (1914) und um 55,4% gegenüber dem Jahre 1925, in welch letzterem sich bereits die Folgen der politischen und wirtschaftlichen Konsolidierung des Reiches auszuwirken begonnen haben und die lange Depressionsperiode einem frischen kräftigen Zustrom von Studierenden wich. Der Aufschwung in den letzten Jahren ist die Folge mannigfaltiger sozialer und kulturpolitischer Ursachen, zum Teil spielen dabei allerdings statistisch-technische Momente mit. Die zunehmende Urbanisierung der Bevölkerung, die steigende Einreihung großer Schichten der Einwohnerschaft in die Handelszweige und das dadurch bewirkte zahlenmäßige Anwachsen des Mittelstandes, die Demokratisierung des Staats- und Verwaltungsapparates, der Ausbau zahlreicher neuer öffentlicher und privatrechtlicher Institutionen, die erleichterte Aufnahme in die Hochschulen, der erhöhte Drang der Frauen zur Hochschulbildung, der zunehmende Anteil des Hochschulalters an der Gesamtbevölkerung, die Einführung neuer Studienfächer, — das sind die hauptsächlichsten Ursachen der in ungeahnter Weise erhöhten Hochschulfrequenz. In welchem Maße die jüdische Bevölkerung mit dieser Entwicklung der Dinge Schritt hielt, ob sie ihr voraneilte oder im Gegenteil im Rückstand geblieben ist, läßt sich nicht mit Sicherheit feststellen. Dazu fehlen uns zunächst Unterlagen zur Berechnung der Stärke der jüdischen Studentenschaft in der Vorkriegszeit, da nicht für alle Hochschulen Auszählungen nach dem Glaubensbekenntnis für die Vorkriegsjahre vorliegen. Überdies — und dadurch wird die Beantwortung der Frage noch mehr erschwert — gestatten selbst die verfügbaren Angaben keine Aussonderung der reichsinländischen jüdischen Studierenden aus der Gesamtzahl der jüdischen Hochschulbesucher. Die Veröffentlichungen der deutschen Hochschulen, insbesondere der preußischen, enthielten zwar in den Vorkriegsjahren Angaben über die reichsinländischen und reichsausländischen Studierenden. Aber diese Gliederung, für deren neuliche Einführung wir uns selbst bei den zuständigen preußischen Behörden wiederholt eingesetzt haben, erscheint uns heute, nach reiflicher Überlegung wenig zweckdienlich. Wohl ist die Aussonderung der nichtjüdischen Ausländer aus der Gesamtheit der nicht- 50

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