Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Journal
- Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Volume
- 5 (1930) (Neue Folge)
- Issue
- Heft 4 (Oktober 1930)
- Date
- 1930-10-01
- Page
- Seite 49 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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ZEITSCHRIFT für DEMOGRAPHIE und STATISTIK der JUDEN Schriftleitung Dr. Jacob Segall I. Koralnik 5.TJatrgang 0ktober m$ jys £ (Neue Folge)__ Nachdruck der Abhandlungen ist nur mit besonderer Genehmigung, des übrigen Inhalts nur mit vollständiger Quellenangabe gestattet. Randglossen zur deutschen Hochschulstatistik Von I. Koralnik, Berlin. Der vor kurzem erschienene V. Band der «Deutschen Hochschulstatistik», herausgegeben von den Hochschulverwaltungen (Verlag Struppe und Winckler, Berlin), unterscheidet sich vorteilhaft von den früheren Jahrgängen in erster Linie durch die inhaltsreiche Einleitung, die eine tiefgehende Analyse der Entwicklung des Hochschulstudiums in Deutschland während der letzten Jahre bis 1930 einschließlich vornimmt und, durch ihre Gegenüberstellung mit der Vorkriegszeit, eine Reihe interessanter und charakteristischer Wandlungen aufdeckt. Die Anordnung und das Schema des Tabellenwerkes sind die gleichen geblieben wie in den ersten Bänden der Reichshochschulstatistik; insbesondere beschränkt sich die Auszählung nach Konfessionen auch diesmal auf die Frequenz der einzelnen Hochschulen und Studienfächer. Nach wie vor wird bedauerlicherweise eine eingehende Gliederung des Materials nach konfessionellem Argument vermißt. Diese Lücke verspürt sich heute mehr denn je. Während die jüdische Bevölkerung in Deutschland x^nstrengungen macht, um sich an die neue wirtschaftliche Konstellation zu adaptieren, könnte uns das Wissen um die Ziele und Wünsche der jüdischen Hochschuljugend einen Einblick gewähren in die Triebkräfte, welche die Wandlungen, die sich in der beruflichen Struktur der jüdischen Bevölkerung vollziehen, lenken und regeln. Eine statistische Aufschließung des Stoffes unter dem Gesichtspunkte der Konfessionsstatistik, eine Klärung der sozialen Gliederung und Herkunft der Studierenden, der Berufsziele, der gegen Entgelt ausgeübten Beschäftigungen der Studierenden und ähnliche Erörterungen wären ein höchst dankenswertes Beginnen. Das Fehlen der konfessionellen Gliederung der n e u immatrikulierten Studierenden muß ebenfalls bemängelt werden, da die Kenntnis dieser Gliederung uns am besten über die Veränderungen in der Wahl des Studiumfaches zu unterrichten vermöchten. Ist eine laufende statistische Bearbeitung dieser Fragen zu kostspielig und zeitraubend, so wäre eine gelegentliche spezielle Untersuchung durchaus zeitgemäß und würde ein reif gewordenes Bedürfnis befriedigen. 49