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Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden · 1930-09-01 · Heft 3 (September 1930) · p. Seite 34

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Journal
Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
Volume
5 (1930) (Neue Folge)
Issue
Heft 3 (September 1930)
Date
1930-09-01
Page
Seite 34 (sequence 3)
Language
German
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Die gesamte absolute Zunahme von 5665 Juden im Zeitraum von 1910 bis 1925 entfiel ausschließlich auf die jüdische Bevölkerung in den größeren Städten und unter diesen war es wiederum Leipzig, wo, wie in den früheren Jahren, die verhältnismäßig größte Agglomeration stattfand. Für die Frage nach der Berufsgliederung und sozialen Schichtung ist diese Tatsache von entscheidender Bedeutung. Von diesem Gesichtspunkte aus ist es auch wichtig die Verteilung der jüdischen Bevölkerung nach dem Geschlecht und dem Altersaufbau zu kennen. Im Jahre 1910 entfielen im jetzigen Freistaat Sachsen auf 1000 weibliche Juden 1166 männliche, im Jahre 1925 nur 1050,d.h.es besteht nahezu Gleichgewicht der Geschlechter, was auf eine Änderung in der inneren Zusammensetzung der Einwanderungsbevölkerung zurückzuführen ist. Wir werden bei der Behandlung der Erwerbstätigkeit hierauf kurz zurückkommen müssen. Umgekehrt besteht bei der Gesamtbevölkerung ein starker Frauenüberschuß, der in Zunahme begriffen ist. So trafen im Jahre 1910 auf 1000 Frauen bei der Gesamtbevölkerung 936 Männer, im Jahre 1925 nur noch 905. Der Altersaufbau der jüdischen Bevölkerung ist zum ersten Male eingehend in Kombination mit Geschlecht- und Familienstand auf Grund der Volkszählung vom 16. Juni 1925 behandelt worden. So interessant es auch wäre an dieser Stelle nach dem amtlichen Material eine Analyse der jüdischsächsischen Bevölkerung nach den beiden so wichtigen Grundtatsachen: des Altersaufbaus — als der natürlichen Gliederung — und des Familienstandes — als der sozialen Formung — vorzunehmen, müssen wir darauf verzichten, da es uns in erster Linie darauf ankommt nur die Hauptmomente im demologischen Aufbau der sächsischen Juden vorzuführen. Wir stellen daher nur fest, daß im Jahre 1905 — dem letzten Jahre, aus welchem amtliche Angaben über die Altersgliederung der Juden vorhanden sind, — von je 100 Juden im Alter von unter 14 Jahren 25,03, im Alter von über 14 Jahren 74,97 ermittelt wurden. Die entsprechenden Ziffern für das Jahr 1925 lauten 21,60 bzw. 78,40. Bei der Gesamtbevölkerung hat sich ein gleicher Zustand, eine sehr erhebliche Verschiebung in der Zusammensetzung nach dem Alter vollzogen. Während im Jahre 1905 noch 33,50% im Alter von unter 14 Jahre standen, waren es im Jahre 1925 nur noch 21,5%, d. h. der prozentuelle Anteil der Unerwachsenen war bei den Juden und der Gesamtbevölkerung im Jahre 1925 gleich groß. Hierin kommt zweifellos der Geburtenrückgang bei der Gesamtbevölkerung deutlich zum Ausdruck. Nach dieser kurzen bevölkerungsstatistischen Skizze wenden wir uns den Ergebnissen der Berufszählung vom 16. Juni 1925 zu. Der Freistaat Sachsen ist bereits der dritte Bundesstaat, welcher das amtliche Material über die beruflichen und sozialen Verhältnisse der jüdischen Bevölkerung tabellarisch zusammengestellt und veröffentlicht hat.* Da die letzte Berufszählung sich grundsätzlich von den früheren Zählungen unterscheidet, halten wir es — schon im Interesse künftiger Betrachtungen — für angebracht den Hauptinhalt der Vorbemerkung, mit welcher Dr. Albert Zahn, Referent im Statistischen Landesamt Sachsens, seine Arbeit über die Berufszählung vom 16. Juni 1925 im 74. und 75. Jahrgang der «^Zeitschrift des Sächsischen Statistischen Landesamtes» einleitet, wiederzugeben. Er führt aber die Ergebnisse der Berufszählung im Siaate Hamburg und in Bayern s. I. Koralnik: „Die beruflichen und sozialen Wandlungen im deutschen Judentum", in der Zeitschrift für Jüdische Wohlfahrtspflege und Sozialpolitik, Berlin 1930, Heft 1-Z 34

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