Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Journal
- Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Volume
- 5 (1930) (Neue Folge)
- Issue
- Heft 3 (September 1930)
- Date
- 1930-09-01
- Page
- Seite 33 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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ZEITSCHRIFT für DEMOGRAPHIE und STATISTIK der JUDEN Schriftleitung Dr. Jacob Segall I. Koralnik gftg SCPtember 1930 ™ 3 INHALT: 1. Dr. Jacob Segall: Berufsgliederung und soziale Schichtung der Juden im Freistaat Sachsen 1925; — Dr. Harry S. Linfield: Versuch einer Feststellung der Zahl der Juden in U. S. A. im Jahre 1927. 2. Statistisches Archiv: Die Gestaltung der jüdischen Sterblichkeit im Staate Hamburg 1923/27: — Geburten und Todesfälle bei den Juden in der Tschechoslowakei 1929; — Die Zahl der Juden in Elsaß-Lothringen 1926; — Statistik des jüdischen Großgrundbesitze« in Ungarn 1929; — Zählung der jüdischen Lohnempfänger in Palästina 1930. Nachdruck der Abhandlungen ist nur mit besonderer Genehmigung, des übrigen Inhalts nur mit vollständiger Quellenangabe gestattet. Berufsgliederung und soziale Schichtung der Juden in Sachsen 1925 Von Dr. Jacob S e g a 11, Berlin. Unserer Darstellung der beruflichen und sozialen Verhältnisse der sächsischen Juden, die sich auf eine Arbeit von Dr. A. Zahn im 74. und 75. Jhrg. der «Zeitschrift des Sächsischen Statistischen Landesamtes» stützt, wollen wir kurz einen Uberblick über ihre wichtigsten demologischen Verhältnisse vorausschicken. In einem ausführlichen Aufsatz im dritten Heft des 10. Jhrg. der «Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden» haben wir die Entwicklung der Juden in Sachsen bis 1832 zurück verfolgt und drei Perioden unterscheiden können: die Zeit von 1832 bis 1849 — Stagnation, von 1849 bis 1885 — langsames Fortschreiten der Bevölkerung und 1885 bis 1910 — stürmische Aufwärtsentwicklung. Sachsen war damals der einzige Staat in Deutschland, der infolge Zuwanderung ein ununterbrochenes starkes Wachstum der jüdischen Bevölkerung gezeigt hat. Der prozentuelle Anteil derselben an der Gesamtbevölkerung hatte sich von 1885 bis 1910 mehr als verdoppelt. Wie lange die Aufwärtsentwicklung angehalten hat, wissen wir nicht, da weder 1915 noch 1920 eine Volkszählung stattfand. Im Jahre 1925 wurden 23 252 Juden gezählt. Dies bedeutet gegenüber 1910 eine absolute Zunahme von 5665 Personen, prozentual aber ist der Anteil der Juden an der Gesamtbevölkerung von 0,53 im Jahre 1910 auf 0,46 im Jahre 1925 zurückgegangen, d. h. das Wachstum der Juden hat mit jenem der Gesamtbevölkerung seit 1910 nicht mehr Schritt zu halten vermocht. 33