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Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden · 1930-08-01 · Heft 2 (August 1930) · p. Seite 19

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Journal
Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
Volume
5 (1930) (Neue Folge)
Issue
Heft 2 (August 1930)
Date
1930-08-01
Page
Seite 19 (sequence 4)
Language
German
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eine Mischehe eingingen, und daß diese Zahl auf 1505 im Jahre 1927 gestiegen ist, während gleichzeitig die Zahl der ungemischten Ehen von 3878 bis auf 2904 gesunken ist. Zugegeben, daß es immer innerhalb der jüdischen Gemeinschaft eine Anzahl von Personen gegeben hat, die durch Eingehen von Mischehen die Loslösung von ihrem Volkstum erstrebt, — diese Personen kommen für die Eingehung einer ungemischten Ehe überhaupt nicht in Frage, — nicht unbeträchtlich aber ist zweifellos der Kreis von Personen, die nur durch einen äußeren Zufall zur Eingehung einer Mischehe gelangten und dadurch eine Minderung der ungemischten Ehen herbeiführten. Will man sinnfällig das Verhältnis der ungemischten und gemischten Ehen zueinander zum Ausdruck bringen, so kann man nur von der Gesamtzahl der eheschließenden Personen ausgehen und sie in solche, welche konfessionsgleiche und konfessionsfremde Partner gewählt haben, zerlegen. Um ein Beispiel herauszugreifen, aus dem das Gesagte klar wird. Im Jahre 1901 sind 3878 ungemischte jüdische Ehen geschlossen worden. 342 Juden und 316 Jüdinnen sind eine Mischehe eingegangen. Im ganzen haben 4536 Personen jüdischen Bekenntnisses einen Partner gefunden, d. h. ca. 35% fanden einen jüdischen Partner, ca. 15% einen nicht jüdischen. Für das Jahr 1927 lauten die entsprechenden Zahlen: 65% bzw. 35%. Nun noch einige grundsätzliche Bemerkungen zur Betrachtung der Tabellen selbst. Ohne genaue Kenntnis der gesamten Bevölkerungsvorgänge sollte an das Studium der Eheschließungen nicht herangetreten werden. Insbesondere ist es wichtig, den Verlauf der Geburten in jenen Zeitstrecken zu kennen, aus welchen das Kontingent der eheschließenden Personen in der zu behandelnden Periode stammt. Eine aufsteigende oder absteigende Geburtenziffer wird bei normalen Sterbeverhältnissen in eine an- oder absteigende Ehekurve in die Erscheinung treten. Daß alle übrigen Faktoren, so vor allem wirtschaftliche und religiöse Momente berücksichtigt werden müssen, ist selbstverständlich. Ferner ist den Wanderungsverhältnissen ein besonderes Augenmerk zuzuwenden. In einer Bevölkerung, die jahrelang im Heiratsalter stehende Personen ans Ausland abgibt, wird die Ehefrequenz anders aussehen als in einem Lande, das solche Elemente in größerer Zahl aufnimmt. Endlich ist die Bedeutung, welche der im Laufe einer Generation vor sich gehenden Aenderung im Heiratsalter zukommt, nicht zu unterschätzen. Der Personenkreis, welcher bei hinaufgerücktem Heiratsalter für die Schließung einer Ehe in Frage kommt, wird dadurch automatisch kleiner und hat eine Abnahme der Zahl der Eheschließungen zur Folge. Der Verlust des Judentums durch Taufe und Austritt* Von Dr. Arthur R u p p i n, Jerusalem. Als mit der französischen Revolution und der beginnenden Emanzipation der Juden eine neue Aera der Gleichheit und der Herrschaft der Vernunft zu beginnen schien, glaubten die Juden in West- und Mitteleuropa sich all ihrer Besonderheiten und darunter auch ihrer Religion entledigen zu müssen. Ihr Zentrum hatte diese Tendenz in Berlin, wo Moses Mendels- Ein Kapiltl aus dem Werke „Soziologie des Judentums", das demnächst im Jüdischen Verlag, Berlin erscheint. 19

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