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Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden · 1930-07-01 · Heft 1 (Juli 1930) · p. Seite 11

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Journal
Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
Volume
5 (1930) (Neue Folge)
Issue
Heft 1 (Juli 1930)
Date
1930-07-01
Page
Seite 11 (sequence 12)
Language
German
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und öffentliche Leben der Juden pulsiert heutzutage unvergleichlich kräftiger, und die Nachfrage nach Kulturleistungen ist bedeutend gestiegen. Der Wettkampf mit den umgebenden Volksgemeinschaften hat sich wesentlich verschärft, und in diesem wirtschlftlichen Ringen bedeutet der Besitz von akademisch erudierten Kräften einen mächtigen Faktor. In der nachstehenden Tabelle stellen wir die tatsächliche Anzahl der jüdischen Studierenden in den verschiedenen Ländern der aus dem deutschen Hochschulquotienten errechneten «Sollziffer» gegenüber, und wir ersehen daraus, daß die effektive jüdische Hochschulfrequenz in der Höhe von 47 091 Studierenden um nur 684, d. i. um nur 1,4% geringer ist als die errechnete Sollzahl. Schlagen wir die in den Hochschulen Frankreichs, Belgiens, der Schweiz und Italiens studierenden Juden aus den osteuropäischen Ländern hinzu, so erhöht sich die effektive Zahl bereits um 3 624 über die errechnete Sollzahl hinaus, überragt sie demnach um volle 7,6%. Hier macht sich wiederum die Wirkung Sowjetrußlands bemerkbar, wo die effektive Zahl um 60% höher ist als die Sollzahl (25 000 anstatt 15 650). Eliminieren wir auch hier Sowjetrußland, so gestaltet sich das Bild wesentlich anders: der Sollziffer von 32125 stehen nur 26391 effektiv gegenüber, d. h. ein Minderbetrag in der Höhe von 17,9%. In den drei westeuropäischen Ländern Deutschland, Oesterreich, Tschechoslowakei gibt es mehr jüdische Studenten, als diese Länder selbst hergeben. Das erklärt sich damit, daß diese drei Länder in den letzten Jahren beträchtliche Kontingente von jüdischen Studierenden aus Polen, Rumänien und Ungarn aufnehmen. So zählte man 1927 unter der jüdischen Studentenschaft Deutschlands 25% Ausländer. Tabelle V Die Soll- und effektive Zahl der jüdischen Studenten in Ost- und Mitteleuropa Staat Jüdische ßevölkerung Effekiivc Zahl Soll- Zahl Differenz zwischen Sollu. Effektivzahl abs. % 1. Sowjet-Rufjland . . 2.750.000 25.000 15.650 9.350 59,7 2 Polen....... 2.850.000 7.744 16.219 -8.475 —52,3 3. Tschechoslowakei . . 360.000 3.522 2.048 1.474 72,0 4. Deutschland .... 565.000 4 215 3.215 1000 31,1 5. Oesterreich .... 250.000 3.198 1.423 1.775 124,7 490000 1284 2.789 —1.505 —54,0 870.000 800 4.951 -4.151 -83,8 160.000 756 911 -155 —17,0 100.000 572 569 3 0,5 Ueberhaupt . . 8.395.000 47.091 | 47.775 -684 -2,9 Anmerkung. Die Zahl der jüdischen Bevölkerung ist zu Beginn des Jahres 1925 angeführt. 11

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