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Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden · 1930-07-01 · Heft 1 (Juli 1930) · p. Seite 10

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Journal
Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
Volume
5 (1930) (Neue Folge)
Issue
Heft 1 (Juli 1930)
Date
1930-07-01
Page
Seite 10 (sequence 11)
Language
German
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Vorstellung geben können davon, in welchem Maße der Bedarf der jüdischen Bevölkerung an studierender Jugend gedeckt wird, schon aus dem Grunde nicht, weil die Möglichkeiten für das Hochschulstudium in manchen der östlichen Länder, wie Rußland, Rumänien, Polen sich vielfach wesentlich geändert haben, sodaß die Quotienten natürlich nicht vergleichbar sind. Wir dürfen es daher als Methode der Wahl ansehen, wenn wir uns entschließen, als Kriterium für die Frage nach dem Maß der Befriedigung des Bedarfes der jüdischen Bevölkerung an Hochschulbildung den Vorkriegsquotienten des jüdischen Hochschulbesuches in einem der westeuropäischen Länder wählen. Unter den fünf Staaten, aus welchem die heutigen neun Staaten geformt sind, wies Deutschland (Tabelle IV) den höchsten jüdischen Hochschulquotienten auf. Auf je 100 000 jüdische Einwohner entfielen in Deutschland im Jahre 1913 569,1 Studenten, in Oesterreich 514,1, in Ungarn nur 413,1. Am tiefsten lag der Quotient in den beiden reaktionären und judenfeindlichen Staaten, dem zaristischen Rußland und Rumänien. Tabelle IV Der Hochschulquotient bei der jüdischen Bevölkerung Ost- und Mitteleuropas vor dem Kriege Staat jahr jüdische Jüdische Shidenien Bevölkerung abs. p. 100.000 1913 1911 1914 1914 1914 615.021 1.313.687 932.406 326.000 5.600.000 3.500 6.764 3.852 750 5.537 569,1 514,1 413,1 230,1 98,9 In Deutschland und Oesterreich gab es bekanntlich auch vor dem Kriege keine Beschränkungen für die Aufnahme von Juden in die Hochschulen. Von dieser Freizügigkeit machten nicht nur die Juden Deutschlands und Oesterreichs, sondern auch zahlreiche jüdische junge Leute aus Rußland und Rumänien Gebrauch. Daher ist der ermittelte Hochschulquotient höher als der wirkliche Index des Bedarfes der deutschen und österreichischen jüdischen Bevölkerung an Hochschulbildung. Es wäre aber falsch, zu glauben, daß durch die Wahl des deutschen Quotienten als eines Kriteriums für das zur Behandlung stehende Problem ein Fehler begangen wird. Man mag mit Recht einwenden, daß das osteuropäische Judentum von heute noch bei weitem nicht das gleiche hohe Kulturniveau erreicht habe wie das deutsche Judentum vor dem Kriege. Es darf aber nicht unbeachtet bleiben, daß das Leben der Juden und ihrer Nachbarvölker in den osteuropäischen Staaten in den letzten 10—15 Jahren solche radikale Wandlungen erfahren hat, die den Drang der dortigen jüdischen Bevölkerung in bedeutendem Maße erhöht hat. Das Kultur- 1Q

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