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Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden · 1930-07-01 · Heft 1 (Juli 1930) · p. Seite 5

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Journal
Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
Volume
5 (1930) (Neue Folge)
Issue
Heft 1 (Juli 1930)
Date
1930-07-01
Page
Seite 5 (sequence 6)
Language
German
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Senkung ist also ganz offensichtlich. Neben diesen Kindern aus jüdischen Ehen, von denen wenigstens zunächst die große Masse als jüdischer Nachwuchs anzusprechen ist, werden alljährlich mehrere hundert Kinder in Mischehen geboren, in denen nur ein Elternteil jüdisch ist. Ueber den konfessionellen Verbleib dieser Kinder ist aus neuester Zeit nichts bekannt, da mit der Volkszählung 1925 keine Familienstatistik verbunden war. Aber von der Volkszählung 1910 her wissen wir, daß in den Familien mit Kindern, in denen ein Elternteil jüdisch war, etwas weniger als */* konfessionell als Juden bezeichnet wurde. Es ist die Frage, ob dieser Satz heute noch gilt, ob er sich erhöht hat oder herabgegangen ist. Man kann wahrscheinlich Gründe für jede Meinung anführen. Darum wollen wir annehmen, daß er noch gültig ist. Wenn wir also V* der aus konfessionell gemischten Ehen stammenden Kinder hinzurechnen und außerdem auch die von jüdischen Müttern unehelich geborenen hinzuzählen, so kommen wir zu der Zahlenreihe der Lebendgeborenen der beigegebenen Tabelle. Geburten und Sterbefälle in der jüdischen Bevölkerung Preußens Jahr Geburten Sterbefälle Geburten¬ oder Steibeüberschug Jahr Geburten Sterbefälle Geburten¬ oder Sterbeüberschug 1911 6245 5877 + 368 1920 6210 5921 + 289 1912 6096 5753 + 343 1921 6728 5449 + 1279 1913 6056 5741 + 315 1922 6159 5942 + 217 1914 5785 6535 — 750 1923 6296 5717 + 579 1915 4651 7140 -2489 1924 5736 5685 + 51 1916 3376 6931 —3555 1925 5215 5554 — 339 1917 2809 7591 —4782 1926 4560 5504 — 944 1918 2917 8459 -5542 1927 4189 5697 -1508 1919 4140 6128 -1988 1928 4071 5704 —1633 Die Bedeutung einer solchen Zahlenreihe ist aber damit nicht erschöpft, daß man ihr eine entsprechende Reihe der Sterbefälle gegenüberstellt, wie vorstehend geschehen ist, sondern man muß sie zunächst mit einer entsprechenden für die Gesamtbevölkerung vergleichen, um die Unterschiede zwischen der Geburtlichkeit der Juden und der Nichtjuden klarzustellen. Es würde zu weit führen, wenn man den Vergleich an dieser Stelle vornehmen würde, sondern es mag genügen, aus der Preußischen Statistik das Ergebnis einer Untersuchung zu zitieren. Der Verfasser dieses Aufsatzes schrieb dort (Zeitschrift der Preußischen Statistik, 69. Jahrgang, Seite 250): «Die Gebürtigkeit hat bei allen Konfessionen abgenommen, bei den beiden christlichen ohne wesentlichen Unterschied, aber sehr viel stärker bei den Juden>. Es ist von Bedeutung festzustellen, ob diese Senkung der Geburtlichkeit eine Folge des Ausbleibens des 1., des 2. Kindes oder eines solchen mit höherer ürdnungsnummer ist. Es zeigt sich, daß die Kinderbeschränkung bei den Juden am meisten vorgeschritten ist. Bei ihnen ist der Anteil der Erstgeborenen unter sämtlichen Geborenen schon über 40%. Die Kinder höherer Ordnungszahlen (vom 4. ab) sind bei den Juden Preußens viel seltener als bei den beiden christlichen Konfessionen. Man darf aber, 5

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