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Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden · 1930-07-01 · Heft 1 (Juli 1930) · p. Seite 3

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Journal
Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
Volume
5 (1930) (Neue Folge)
Issue
Heft 1 (Juli 1930)
Date
1930-07-01
Page
Seite 3 (sequence 4)
Language
German
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für jüdische Statistik unter der Leitung von Prof. Heinrich Silbergleit geschaffen wurde, die in der nächsten Zeit das gesamte Volkszählungsmaterial aus dem Jahre 1925 in Tabellenform mit textlicher Bearbeitung veröffentlicht wird. Von den Publikationen der Nachkriegszeit seien noch das Buch von J. Lestschinsky: «Das jüdische Volk in Zahlen» (jiddisch, Berlin 1921) und die größere Abhandlung desselben im «Metron» über die «Probleme der natürlichen Bevölkerungsbewegung bei den Juden» (Padua, 1926) erwähnt. Von besonderer Bedeutung sind eine Reihe von Aufsätzen des bekannten Sozialökonomen Prof. W. Hanauer, Frankfurt a M., über die Mischehe und die unehelichen Geburten bei den Juden im «Allgemeinen Statistischen Archiv» (1928) und in den «Jahrb. für Nationalökonomie u. Statistik» (1930). Im letzten Jahre ist die Frage des Geburtenrückganges der deutschen Juden wieder Gegenstand wissenschaftlicher Untersuchungen gewesen, von denen besonders die Abhandlungen von Koralnik in der Zeitschrift «OSE-Rundschau» und seine Auseinandersetzungen mit Theilhaber hervorzuheben sind. Da zurzeit kein Organ vorhanden ist, in welchem das immer noch sehr reichlich fließende statistische Material über die Zustände der Juden in den einzelnen Ländern zur Veröffentlichung gelangen kann, scheint es notwendig zu sein, die «Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden » wieder in regelmäßiger Folge erscheinen zu lassen. Sie wird ihre Hauptaufgabe auch in Zukunft darin erblicken, in objektiver Weise der statistischen Forschung zugänglichen Fragen des jüdischen Lebens zu behandeln. Daneben aber wird sie ihr Augenmerk insbesondere auf eine Durchdringung des Stoffes vom Standpunkte der Methodologie und der Dogmatik richten. So ist es, um nur ein Beispiel anzuführen, dringend wünschenswert, auf die Bedeutung hinzuweisen, welche dem von der Norm abweichenden Altersaufbau der Juden in den einzelnen Ländern, insbesondere in Deutschland für die Betrachtung der Geburten- und Sterbezahl, der Eheschließungen, der Selbstmordhäufig' keit, der beruflichen und sozialen Schichtung zukommt. Es wird ferner notwendig sein, — auch dies nur als Beispiel, — den Einfluß, den die Kriegsverluste, die Nachkriegswanderungen, die veränderten wirtschaftlichen Verhältnisse auf die Struktur und Zusammensetzung der jüdischen Bevölkerung herbeigeführt haben, exakt zu untersuchen. Ein reiches Feld der Arbeit liegt vor uns. Wir hoffen aber, daß wir, wie in früheren Zeiten, auch in Zukunft auf die Mitarbeit aller für die Statistik der Juden interessierten Kräfte werden rechnen können. Die Billanz der jüdischen Bevölkerung Preußens 1922-1928. Von Regierungsrat Dr. Erich Simon, Berlin, Mitglied des Preußischen Statistischen Landesamts. Preußen hat bekanntlich zurzeit eine kleinere Einwohnerzahl als 1910. Sie betrug bei der letzten Vorkriegsvolkszählung 40,2 Millionen und bei der Volkszählung 1925 38,1 Mill. Unter den 40,2 Mill. von 1910 waren 415 926, unter den 38,1 Mill. von 1925 403 969 Juden. Der jüdische Anteil der Bevölkerung des Staates war also einmal 10,4, das andere Mal 10,6 v. T., ist daher im Verhältnis ein wenig gestiegen. Diese Zunahme erklärt sich 3

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