Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Journal
- Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Volume
- 5 (1930) (Neue Folge)
- Issue
- Heft 1 (Juli 1930)
- Date
- 1930-07-01
- Page
- Seite 2 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Diese Aufgabe hat die Zeitschrift, welche, mit Ausnahme von 2 Jahren, zuerst allmonatlich, später zweimonatlich bzw. vierteljährlich erschien, nach besten Kräften zu erfüllen gesucht. Das in ihr niedergelegte Material stellt eine Fundgrube von Wissen dar und ist für jeden, der sich mit jüdisch-statistischen Arbeiten beschäftigt, eine Quelle, auf die er nicht verzichten kann. Daneben erschien eine ganze Reihe von Einzelpublikationen unter dem Titel: «Veröffentlichungen des Büros für Statistik der Juden», in welchen die Lage der Juden in einzelnen Ländern und Städten (Rußland, Oesterreich, Rumänien, Hessen, München) zur Darstellung gelangte und einige wichtige Teilgebiete der jüdischen Statistik bearbeitet wurden (Jüdische Gemeinden und Vereine in Deutschland, Unterrichtsverhältnisse in Preußen, Jüdisches Genossenschaftswesen in Rußland). Auch außerhalb des Büros für Statistik wurde vor dem Kriege eine Anzahl bedeutsamer wissenschaftlicher Arbeiten veröffentlicht. Da ist an erster Stelle das Buch von Theilhaber: «Der Untergang der deutschen Juden» aus dem Jahre 1911 zu nennen, das mit scharfem Blick die Verfallserscheinungen im deutschen Judentum erkannte und dazu bestimmt war, in späterer Zeit den Auftakt für eine jüdische Bevölkerungspolitik zu bilden. Ferner sind noch zu erwähnen zwei Arbeiten über das Wanderungswesen bei den Juden von Professor H e r s c h und K a p 1 u n - JLogan. Dieses Thema wurde später nochmal und ausführlicher von Dr. Traub in seiner Schrift: «Jüdische Wanderungen» behandelt. Der Krieg stellte die jüdische Statistik in Deutschland vor eine neue Aufgabe. Es galt in exakter Weise eine Feststellung der jüdischen Feldzugsteilnehmer zu treffen und vor allem eine lückenlose Erhebung über die jüdischen Gefallenen durchzuführen. Diese Aufgabe wurde vom Ausschuß der Kriegsstatistik, dem alle jüdischen großen Organisationen in Deutschland angehörten, geleistet. Die Erhebung dauerte nahezu 7 Jahre. Ihre Ergebnisse sind niedergelegt in der im Jahre 1921 erschienenen Schrift: «Die deutschen Juden als Soldaten im Kriege» von Dr. Jacob Segall. Nach dem Kriege, als infolge der Ungunst der wirtschaftlichen Verhältnisse das Büro für Statistik der Juden seine Tätigkeit nur in geringem Umfange ausführen konnte, wurden von Jakob Lestschinsky, Prof. Brutzkus und S e g a 11 die «Blätter für Demographie, Statistik und Wirtschaftskunde der Juden» gegründet, die zwei Jahre lang vorzugsweise in jiddischer Sprache erschienen und ein sehr reichhaltiges Material, insbesondere über die Lage der Juden in den östlichen Ländern enthalten. Als eine Fortsetzung dieser Zeitschrift sind die Veröffentlichungen des Jiddisch-wissenschaftlichen Instituts anzusehen, die in der Form von Jahrbüchern für jüdische Statistik und Wirtschaftskunde erscheinen werden. Das Büro für Statistik hat nur noch eine einzige selbständige Publikation in Buchform seit Kriegsausbruch veröffentlicht: «Jüdische Statistik» im Jahre 1916, die eine Anzahl von statistischen Aufsätzen aus den verschiedensten Gebieten des jüdischen Lebens enthält und als Jubiläumsschrift anläßlich des 10jährigen Bestehens des Büros gedacht war. Das großangelegte Werk, die internationale Konfessionsstatistik, mußte leider ein Torso bleiben, da die Mittel zur Veröffentlichung des gesamten Materials fehlten und ein erheblicher Teil des Manuskriptes infolge der veränderten politischen Verhältnisse eine völlige Umarbeitung erforderte. Der Anregung des Büros ist es aber zu verdanken, daß innerhalb der Akademie für die Wissenschaft des Judentums eine besondere Sektion