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Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden · 1927-01-01 · Heft 9-12 · p. Seite 170

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Journal
Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
Volume
4 (1927) (Neue Folge)
Issue
Heft 9-12
Date
1927-01-01
Page
Seite 170 (sequence 39)
Language
German
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- 170 — als neuerworbene Merkmale gedeutet werden könnten. Jedoch fehlt einstweilen noch in beiden Fällen der Beweis für ihre Vererbung, deren Modus bei gutem Willen in manchen Fällen wahrscheinlich doch verfolgt werden könnte. Kurz noch einige Worte über die seelische Eigenschaften. Daß manche von ihnen genotypisch sind, ist kaum zu bezweifeln. Die meisten seelischen Eigenschaften sind aber anerzogen. Daß der Deutsche z.B. vom Engländer seelisch verschieden ist, ist Tatsache und doch sind beide in ihren charakteristischen Repräsentanten eines Stammes, was schon an und für sich gegen das unbedingt Rassige der Seele spricht. Auch hier spielt das Milieu eine große und wenn auch uns noch unbekannte Rolle. Von diesem Standpunkte aus ist auch die jüdische Seele, die sich nicht gut ableugnen läßt, nicht rassenhaft zu erklären, um so mehr als die Juden, es sei noch einmal und wieder einmal gesagt, da die es hören und wissen sollen, nicht darauf achten wollen, keine Rasse im landläufigen Sinne dieses Wortes sind, sondern aus einzelnen je nach dem Wohngebiet völkisch verschiedenen Gruppen bestehen. Die jüdische Aufdringlichkeit, Bescheidenheit, Feigheit, Schlauheit u. dgl. Qualitäten, die beim engelreinen Arier Anstoß erregen, brauchen gar keiner Revision, um verworfen zu werden. Das vegetative Nervensystem ist für Körper und Seele vielleicht gleich bedeutungsvoll. In den verschiedenen chemischen Reaktionen dieses Systems, die zur Unterscheidung zwischen Vago- und Sympathikotonie führen, haben wir ein brauchbares Mittel, wenigstens zwei verschiedene Charaktere mehr oder weniger scharf voneinander zu trennen. Dieses Verfahren wurde, so viel mir bekannt, von der Anthropologie noch nicht ausgenutzt, weshalb eine Prüfung gerade bei den verschiedenen jüdischen Gruppen vielleicht zu etwas Neuem führen könnte. Resüme: Der körperliche, geistige und seelische Mensch wird als eine Einheit betrachtet, der ren einzelne Eigenschaften und Fähigkeiten nur auf erblichem Wege weiterleben und fortgezüchtet werden. Diesem scheinbar feststehenden Dogma widerspricht das Judentum in fast allen seinen Lebensäußerungen, indem es geistig und seelischmehroderwenigereinheitlich ist, dagegen körperlich sich in einzelne weit voneinander abstehende Gruppen auflöst. Man muß somit entweder das Vererbungsdogma wenigstens in seiner breiten AuffassungoderdasprivilegierteRassenprinzip fallen lassen. Entsprechende breit angelegte Untersuchungen an den verschiedenen jüdischen Gruppen könnten hier Klärung schaffen und habeichimObigendieWegedazu kurz angedeutet. Dadurch wird auch die Judenfrage an und für sich geklärt werden.

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