Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Journal
- Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Volume
- 4 (1927) (Neue Folge)
- Issue
- Heft 9-12
- Date
- 1927-01-01
- Page
- Seite 168 (sequence 37)
- Language
- German
- Belongs to
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vom Rassentypus abhängig, geht er mit ihm parallel oder bildet er etwas ganz Selbständiges? Daß die Konstitution erblich ist, läßt sich nicht leugnen. Es ist aber auch schwer zu verneinen, daß manches Konstitutionelle im Lebenslauf erworben wird, um sich dann vielleicht auf die Nachkommen zu vererben. Und zwar ist die Lebensweise dabei das Ausschlaggebende. Nun ist die Lebensweise der jüdischen Gruppen manchmal eine diametral entgegengesetzte und es wäre interessant zu erfahren, wie sich dort die Konstitutionstypen verteilen. So gibt es z. B. volkskundlich einen kaum größeren Kontrast als jenen zwischen einem mit kriegerischem Tand gezierten kaukasischen Bergjuden und einem Jemeniten, den nur die langen Seitenlocken zieren, welcher Unterschied sich auch in ihrem Gebaren ausspricht. Eine solche Untersuchung unter allen jüdischen Gruppen könnte in diesen Fragen vielleicht Klärung schaffen. Jedoch muß auch hier die Methode vergleichend sein und sind immer die Nachbarvölker in den Untersuchungskreis hineinzuziehen. Die Untersuchung der Konstitution hat für die Juden auch noch eine andere Bewandtnis. Es sollen bekanntlich manche psychopathische Zustände sowie auch einige Stoffwechselkrankheiten mit gewissen Konstitutionsformen im Zusammenhang stehen. Von diesem Standpunkt aus wäre es interessant zu erfahren, ob wirklich allen jüdischen Gruppen dieselben Psychopathien und dieselben Stoffwechselkrankheiten eigentümlich sind. Sind die Juden rassig wirklich nur ein Volk und sind gewisse Krankheitszustände wirklich rassig oder konstitutionell bedingt, dann sollten z. B. die Schizophrenie oder die Zuckerkrankheit unter allen jüdischen Gruppen gleich stark verbreitet sein. Dies kann aber weder behauptet noch verneint werden, da dafür noch jegliches Material fehlt. Man operiert immer nur mit europäischen Erfahrungen und schreibt diese dem Gesamtjudentum zu. Aber nur die Gewißheit, daß die turkestanischen Juden z. B. gleich häufig wie die russischen an Diabetis leiden, würde für die gleiche Ursache dafür sprechen, die jedoch auch in diesem Fall nicht allein rassigen Ursprungs zu sein braucht. Auch das Verhalten anderen und besonders ansteckendenKrankh e i t e n gegenüber ist überall dringend zu erforschen und erst darauf darf gesagt werden, daß die Juden (nicht die europäischen allein) sich entweder so oder so in dieser Beziehung verhalten, was dann seinerseits die Ursache dafür zu ermitteln erleichtern wird. Daß nicht alles rassig ist, was früher dafür gehalten wurde, läßt sich sehr schön am Beispiel der Geburtlichkeit erweisen. Eine große Kinderschar galt als rassige Eigentümlichkeit der Juden, und sie gingen im vorigen Jahrhundert wirklich in dieser Beziehung voran, wobei die Vermehrung der Juden den Nichtjuden nicht nur Neid, sondern auch Furcht einflößte. Europa sah mit Angst seiner physischen Verjudung entgegen. Die aber wirklich durch Aussperrungen und Verfolgungen geängstigten Juden kehrten den Spieß bald um, machten die Kinderproduktion zu einer rein materiellen Frage und stehen jetzt, was die Vermehrung anbelangt, hinter allen anderen Völkern. Dies hat aber ihre Feinde nicht beschwichtigt, die jetzt zwar nicht vor physischer, um so mehr jedoch vor geistiger Verjudung ihrer Volksgenossen zu fürchten vortäuschen. Daß es einen bestimmten jüdischen Geist gibt, daran zweifelt wohl niemand, und es wird diese Tatsache als ein Beweis mehr dafür angebracht, daß die Juden wirklich einer Rasse sind. Ersteres anerkennend, muß ich jedoch letzteres auf Grund langjähriger eigener Untersuchungen in allen Erd-