Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Journal
- Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Volume
- 4 (1927) (Neue Folge)
- Issue
- Heft 9-12
- Date
- 1927-01-01
- Page
- Seite 167 (sequence 36)
- Language
- German
- Belongs to
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- IRI
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- Aleppo 1× ep/1047811
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— 167 — auch auf die seltsame Tatsache, daß die Juden von Damaskus sich anthropologisch von jenen in Aleppo unterscheiden. Eine Kontrolluntersuchung ist hier notwendig. Ich möchte nicht mißverstanden sein, als ob ich den Nutzen der anthropometrischen Methoden überhaupt negiere. Gerade das Umgekehrte ist der Fall, hat doch die Anthropometrie besonders in der Judenfrage auch wirklich viel geleistet. Jetzt hat sie aber ihre Rolle ausgespielt und gerade zur Prüfung der auf ihrer Basis gewonnenen Resultate sollen neue Methoden eintreten. In erster Linie sei hier auf die Blutgruppenuntersuchungen hingewiesen. Um aber vom ersten Schritt an keine Verwirrung hineinzutragen, wie es leider mit den Messungen seinerzeit geschah, muß peinlich auf die Provenienz jedes Untersuchten geachtet werden. Man schärfe sich ein, daß nicht jeder Jude Jude ist oder wenigstens, daß nicht alle Juden somatisch Brüder sind, und handle danach. Das Nivellieren hat schon viel Schaden in manchem Wissenszweig angerichtet. So ist nicht jeder Jude, der deutsch spricht, deutscher Jude, viele stammen aus dem Osten und nur wenige sind vielleicht alteingesessene Bürger des Landes. Es scheint nicht überflüssig zu sein, darauf hinzuweisen, daß in Holland zwischen Portugiesen und anderen Juden unterschieden werden muß. Auch sollen so- , gar portugiesische und spanische Juden nicht gemeinsam behandelt werden. Am minutiösesten muß die Gliederung in Palästina vor sich gehen, wo Juden aus aller Herren Länder sich allmählich angesammelt haben und im Begriffe stehen „eine Nation" zu bilden. Dort soll die Gruppierung bis auf den engsten Stadtbezirk hinuntergehen in Anbetracht dessen, daß, wie schon hingewiesen, manchmal nahe aneinander liegende Bezirke dennoch körperlich verschiedene Juden beherbergen. Auf diese Weise ausgeführte Blutgruppenuntersuchungen werden vielleicht imstande sein, uns Hinweise darüber zu liefern, mit welchen eigenen oder umgebenden Volksteilen die Untersuchten am nächsten verwandt sind und von welchen sie am meisten abstehen. Jedenfalls werden sie die anthropometrischen Daten und Ergebnisse unterstützen helfen. Mit den Untersuchungen der Blutgruppen könnten jene über die Konstitution parallel gehen. Hier wäre scharfe Auseinanderhaltung der verschiedenen .Typen besonders empfehlenswert, da Uebergangsformen eine sehr häufige Erscheinung sind. Ich würde das Einteilungsschema von S i g a n d vorziehen, da es am meisten gebraucht wird und wirklich den Kern der Sache trifft. Man soll sich aber dabei auf gewisse Lebensjahrgänge beschränken, da der Konstitutionstypus bei einem und demselben Individuum mit dem Alter wechselt. Ein hochaufschießender Jüngling, dessen Schmächtigkeit ihn zum Typus respiratorius stempelt, kann im höheren Alter durch Breitenzunahme und Fettablagerung sich zum Typus digestivus umgestalten. Diese Erscheinung tut aber der Sache selbst keine Einbuße, indem der Konstitutionstypus eben nur ein Charakteristikum des reiferen Alters ist und für diesen wichtige Aufschlüsse liefert. Die Altersperiode zwischen 25 und 50 Jahren scheint mir deshalb die passendste zu sein. Nach der landläufigen Vorstellung vom Juden mit seinem geringen Wuchs, schmaler Brust, großem Kopf und manchem im Kopf sollten die Juden eigentlich alle zum zerebzalen Typus gehören. Daß dem aber nicht so ist, braucht nicht weiter auseinandergesetzt zu werden. Was ist nun die Ursache dafür? Ist der Konstitutionstypus