Mannheim
Compact Memory

Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden · 1927-01-01 · Heft 9-12 · p. Seite 147

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
Volume
4 (1927) (Neue Folge)
Issue
Heft 9-12
Date
1927-01-01
Page
Seite 147 (sequence 16)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
95% known words query
IRI
…/2650397-2650411-2650416--5597-2650999
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

4 entity mentions

— 147 - noch immer einen bedeutenden Prozentsatz der gesamten jüdischen Bevölkerung ausmacht. Auch in Sowjet-Rußland hat das Städtchen noch seine Rolle nicht ausgespielt. Es lebt bloß jetzt in einer schweren Depressionsperiode, die im Zusammenhang mit der allgemeinen Wirtschaftslage des Landes steht. Ohne Zweifel wird Rußland den Weg kapitalistischer Entwicklung einschlagen müssen, die heutigen Fesseln der Wirtschaft werden fallen, die Verbindung zwischen Stadt und Dorf, zwischen Produzent und Kousument wird wieder in die alten Bahnen gelangen und das Städtchen wird aufs neue seine frühere Rolle und Bedeutung gewinnen. III. Die Agglomeration in den Städten. Wir haben gesehen, daß durch die Ereignisse der letzten 15 Jahre die jüdische Bevölkerung der Ukraine und Weißrußlands urbanisiert worden ist. Besonders intensiv verläuft dieser Prozeß in der Ukraine, er schreitet unaufhaltsam vorwärts, in der Zeit des „militärischen Kommunismus" und der Pogrome erreicht er seinen Höhepunkt. Schon der Vergleich der Prozentsätze jüdischer Einwohner in den größeren Gouvernementstädten in den Jahren 1897 und 1920 zeigt uns, wie stark dieser Prozeß war. Von je 100 Juden der unterbezeichneten Gouvernements wohnten in der Gouvernement- Hauptstadt: 1897 1920 im Gouvernement Kiew....... 7,4 35,2 Jekaterinoslaw ... 40,6 50,6 Poltawa......9,9 17,1 Tschernigow.....7,7 19,6 Charkow...... 80,6 90,1 Cherson(Hauptst. Odessa) 40,9 43,0 Zusammen 21,9 40,2 In 23 Jahren ist die jüdische Bevölkerung der Gouvernements-Hauptstädte von 244181 bis 466582 Seelen gestiegen. Die Zunahme ist besonders stark in den Industrie- und Handelszentren der Ukraine und ist viel stärker als das Anwachsen der nichtjüdischen Bevölkerung. Dieses können wir am Beispiel folgender größter Industrie- und Handelsstädte beobachten. Tabelle IV. Die jüdische und nichtjüdische Bevölkerung in den Industrie- und Handelsstädten der Ukraine 1897 und 1920. Städte Juden Nichtjuden 1897 1920 Zunahme in %o 1897 1920 Zunahme in °/oo Odessa...... 139 984 190135 35,8 263831 237 696 - 9,9 Kiew....... 37012 117 041 216,2 221262 249355 12,7 Jekaterinoslaw .... 41240 72 928 76,8 71599 89 911 25,6 11013 55 474 403,7 — — Krementschug .... 29869 37 633 26,0 33138 28 770 - 13,2 Nikolajew..... 20109 31003 54,2 71903 77817 8,2 17 755 27 613 55,5 41321 46870 13,4 Poltawa...... 11046 21751 96,9 42657 54897 28,7 Mariupol...... 5013 11047 120,4 26103 47523 82.1 6378 10242 60,6 16132 13562 - 15,9 Priluki....... 5 722 9363 63,6 12810 14170 10,6 Lugansk ...... 1502 8188 445,1 18 902 43957 132,6 3259 7 001 114.8 16 057 16386 2,0 Zolotonoscha .... 2769 6434 132,3 5 970 9560 60,1 Bei den Juden sehen wir hier eine Eri ist, was bei der nichtjüdischen Bevölkerung scheinung, die gerade das Gegenteil dessen | eingetreten war. Die Juden wandten sich

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.