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Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden · 1927-01-01 · Heft 9-12 · p. Seite 142

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Journal
Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
Volume
4 (1927) (Neue Folge)
Issue
Heft 9-12
Date
1927-01-01
Page
Seite 142 (sequence 11)
Language
German
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- 142 - Lebenshaltung und Lebensführung unserer Eltern und Voreltern ist geboten. Die Tradition des alten jüdischen Hauses darf nicht ganz vergessen werden. Das liegt im Interesse der jüdischen Gemeinschaft wie des Einzelnen, in dem die bildhaft schönen Worte des 128. Psalms wenigstens leise nachklingen sollten: „Dein Weib wie ein fruchttragender Wein- I stock im Innern Deines Hauses, Deine Kin- ( der wie Oelbaumsprößlinge rings um Deinen Tisch." Zur Statistik der Joden in Sowjet-Rußland. Von I. Koralnik, Berlin-Grunewald. Der Charakteristik der demographischen Veränderungen der jüdischen Bevölkerung in Sowjet-Rußland im Verlaufe der letzten 10 Jahre dienen: 1. die Volkszählung vom 28.8.1920 und 2. die erst vor einigen Monaten veröffentlichten Ergebnisse der Volkszählung vom 15. März 1923. Von der Zählung des Jahres 1926 sind bis jetzt nur wenige, vorläufige Ergebnisse betreffs der allgemeinen Einwohnerzahl in einzelnen Gebieten und Gouvernements bekannt geworden. Auf die endgültige Ergebnisse betreffs der Nationalitäten-Gliederung der Bevölkerung wird man noch geraume Zeit warten müssen. Beide Volkszählungen, sowohl die von 1920 als auch die von 1923, weisen denselben Grundmangel auf — sie umfassen bloß einen Teil der jüdischen Bevölkerung. August 1920 wüteten auf dem Territorium der Ukraine noch verschiedene Banden und ein großer Teil des Ukrainischen Gebietes war damals noch Kriegsschauplatz, so daß einzelne Siedlungsstätten und sogar ganze Gouvernements (Wolyn, Podolien, Zaporoschie) nicht mitgezählt werden konnten oder nur nach einem verkürzten Modus gezählt wurden, der keine Angaben über die nationale Zusammensetzung der Bevölkerung vorsah. Weißrußland war noch zu jener Zeit von polnischen Truppen okkupiert. Die Volkszählung des Jahres 1923 war von Anfang an eine ausschließlich städtische. Um die Zahl der Juden auf dem gesamten Territorium der Sowjet-Union und in ihren einzelnen Gebieten festzustellen, muß man zu Vermutungen und Schätzungen greifen, eine Methode, die bei der sich unaufhaltsam ändernden Lage in diesem Lande besonders unsicher und riskant ist. Sieht man aber von einzelnen Details ab und begnügt man sich mit der Feststellung der allgemeinen Bevölkerungsvorgänge und der allgemeinen Entwicklungstendenzen der Judenheit in Sowjet-Rußland, so findet man in beiden Zählungen reiches und interessantes Material, welches die wechselvolle und ereignisreiche jüdische Wirklichkeit der letzten 10 Jahre treffend wiedergibt. Trotz all ihrer Mängel sind beide Volkszählungen sehr wertvoll, denn beide fallen auf Zeitpunkte, die in der Geschichte des russischen Judentums seit der Februar-Revolution 1917 hervorragende Bedeutung errungen haben. Die Zählung des Jahres 1920 fällt mit dem Zeitpunkt zusammen, in welchem die Welle blutiger Pogrome, die sich über die Ukraine in den Jahren 1918—20 ergossen hatte, zum Stillstand gelangte und in eine Zeit, als der „Kriegskommunismus", der die jüdische Bevölkerung wirtschaftlich ruiniert hat, den Höhepunkt erreichte. Die Zählung des Jahres 1923 fällt in eine Zeit, als im

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