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Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden · 1927-01-01 · Heft 9-12 · p. Seite 141

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Journal
Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
Volume
4 (1927) (Neue Folge)
Issue
Heft 9-12
Date
1927-01-01
Page
Seite 141 (sequence 10)
Language
German
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— 141 - einen Zugang an Bevölkerung schon im j Augenblick bedeutet und einen weiteren Zuj gang für die Zukunft, zugleich einen Zugang an Wohnungsnachfrage und an Konsum jeder Art darstellt. Das Aufgebot aber wird auch am Wohnort des Bräutigams, in unserem Beispiel also in Berlin, zum Aushang gebracht und in das Berliner Aufgebotsregister unter Angabe des Wohnorts beider Teile eingetragen. Will man die Nuptialität volkswirtschaftlich richtig erfassen, so muß und kann dies nur auf Grund des Aufgebotsregisters erfolgen. Geschieht es, so ergeben sich für die Zeit vor der Einverleibung nicht unwesentliche Differenzen gegenüber der Zahl der Eheschließungen. Jetzt, nach der Einverleibung, dürften die Unterschiede naturgemäß geringer sein, und da es sich für uns vorwiegend nur um den zeitlichen Vergleich handelt, überdies die Aufgebote jetzt nicht mehr bearbeit zu werden scheinen, so müssen und können wir uns mit der Statistik der Eheschließungen begnügen. Diese aber bieten vom jüdischen Standpunkt den Anblick geradezu eines Trümmerfeldes dar. Es betrug die Zahl der Eheschließungen Im Jahre überhaupt jüdischsonstsonstige jüdisch. 1921 45 138 1591 505 311 1922 47 685 1422 574 298 1923 41519 1545 585 271 1924 30 650 1040 571 200 1925 35 092 853 375 186 1926 36 593 861 355 198 Die rein jüd. Eheschi, in %o a"er Von je 100 Eheschi. jüd. Männer waren Mischehen 1921 35,2 24,1 1922 29,8 28,8 1923 37,2 27,5 1924 33,9 35,4 1925 24,3 30,5 1926 23,5 29,2 Die Zahl der rein jüdischen Eheschließungen, die in Berlin noch im Jahre 1921 1591, im Jahre 1923 1545 betragen hatte, sank im Jahre 1925 auf 853 herab und belief sich auch im letzten Jahre — 1926 — nur auf 861. Und der Anteil der jüdischen Männer, die Mischehen eingegangen, betrug im Jahre 1921, wo er noch am niedrigsten war, nicht weniger als 24,1 %, im Jahre 1924 aber stieg er auf 35,4 % — also durchschnittlich jeder Dritte, der zur Ehe schritt, heiratete eine einer anderen Glaubensgemeinschaft angehörige Frau. Der Mischehenanteil ist zwar in den beiden letzten Jahren etwas zurückgegangen, belief' sich aber im Jahre 1926 doch noch auf 29,2 %. Das sind Ziffern, die allerdings zum Nachdenken Anlaß geben und die bevölkerungspolitische Situation des Berliner Judentums nicht in sehr rosigem Lichte erscheinen lassen. Der Wohlfahrts-Ausschuß des Preußischen Landesverbandes jüdischer Gemeinden hat nun vor einigen Wochen zur Bekämpfung dieser Zustände einen sehr beherzigenswerten Aufruf erlassen. So stichhaltig seine Argumente, so wohl überlegt seine Hinweise auf zu ergreifende Maßnahmen sind, so vermisse ich doch auf Grund der zuletzt vorgetragenen Zahlen einen Appell an die jüdische weibliche Jugend, sich von den Extravaganzen der modernen Lebensführung und den modischen Ausschreitungen der Gegenwart möglichst fernzuhalten. Ich vermisse einen solchen Appell um so mehr, als man gerade bei der jüdischen weiblichen Jugend Berlins von solchem Fernhalten am allerwenigsten bemerkt. Daß aber solche Erscheinungen den jüdischen jungen Mann nicht dazu anreizen können, zur Ehe zur schreiten, braucht nicht erst näher ausgeführt zu werden. Rückkehr zur Einfachheit der Sitte und

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