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Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden · 1927-01-01 · Heft 9-12 · p. Seite 138

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Journal
Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
Volume
4 (1927) (Neue Folge)
Issue
Heft 9-12
Date
1927-01-01
Page
Seite 138 (sequence 7)
Language
German
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— 138 — wieder ein anderer aus dem Familien- und dem nächsten Freundeskreise — eine über mehrere Jahre verteilte Völkerwanderung aller, die es sich leisten konnten. Noch wesentlich höhere Zunahmeprozente als in Wilmersdorf, kamen in den kleineren Gemeinden — im Osten nur in Tempelhof — zustande, doch sehen wir von ihrer Angabe ab, weil Verhältnisziffern von Grundzahlen, die gegenüber den Großstädten des Westens weit zurückbleiben, naturgemäß leichter nach oben ausschlagen. Dafür seien einige absolute Zahlen genannt: Juden Gemeinde 1910 1925 Schmargendorf 139 768 Steglitz 670 1318 Lichterfelde 309 771 Tempelhof 151 804 Grunewald 323 1012 Dahlem 20 635 egen im Norden und Osten Stralau 20 20 Tegel 103 109 Pankow 1100 1148 So stellt sich dann schließlich für 25 Gemeinden des jetzigen größeren Berlins, für die die Religionsangabe für beide Zeitpunkte, also für 1910 und 1925, mir vorlagen — sie umfassen 98,4 % der jetzigen gesamten jüdischen Bevölkerung —, eine Zunahme um 19,6 % heraus gegenüber nur 8,05 % bei der Gesamtbevölkerung des gleichen Gebiets. In den 141/2 Jahren nahm die jüdische Bevölkerung des größeren Berlins verhältnismäßig, also fast 21/2mal so stark zu, als die gesamte Bevölkerung. Worauf aber ist diese Entwicklung zurückzuführen? Ist sie und in welchem Umfange durch die eigene Produktionskraft oder auf Wanderungsüberschüsse von auswärts herbeigeführt? Nun, meine Damen und Herren, die Bevölkerungswirtschaft der Juden ergab so wenig wie bei der Gesamtbevölkerung, ja noch weniger als bei dieser, irgend nennenswerte Ueberschüsse, ja sie schloß in den Kriegs- und einigen Nachkriegsjahren I mit Verlust ab. Im Durchschnitt der letzten 3 Jahre 1924 bis 1926 steht einer Gesamtzahl der Lebendgeborenen Berlin's aller Konfessionen im Betrage von 44 630 eine Gesamtzahl von 46080 Gestorbenen gegenüber, was einen 1 wenn auch geringen Sterblichkeitsüberschuß | von 1450 bedeutet. Bei den Juden aber sind I im Durchschnitt derselben 3 Jahre 2068 Lebendgeborene, dagegen 2413 Sterbefälle zu I verzeichnen, was also zu einem verhältnis- | mäßig weit größeren Ueberschuß der Sterbe- | fälle um 345 führte. So kann im Zusammen-; halt mit dem, was ich über die Ergebnisse | der Bevölkerungswirtschaft in der Kriegs- : und Nachkriegszeit eben bemerkt habe, gar kein Zweifel darüber bestehen, daß die Zunahme der Juden wie die der Gesamtbevölkerung Berlin's lediglich dem Uebergewicht : der Zuüber die Fortgezogenen zuzuschreiben ist. Völlig genaue Zahlenangaben las- | sen sich nicht erbringen mangels der Kennt- ' nis der konfessionellen Gliederung der Gej borenen wie der Gestorbenen für die Zeit | vor der Einverleibung und für die jetzt zu | Berlin gehörigen Gemeinden mit unter i 20 000 Einwohnern. i Die oben für den Durchschnitt der letzten 3 Jahre genannten Zahlen der jüdischen Geburten und Sterbefälle aber schweben in der Luft, so lange sie nicht mit der Bevölkerungsmasse verglichen werden, aus der sie hervorgegangen sind. Es geschieht dies dadurch, daß die Zahlen in Tausendteilen der mittleren Jahresbevölkerung ausgedrückt werden. So erhält man die allgemeine Geburten- und die allgemeine Sterblichkeitsziffer. Für den Durchschnitt derletzten3 Jahre 1924—26bietet sich als Bevölkerungszahl die bei der letzten Volkszählung vom 16. Juni 1925 ermittelte von selbst dar, da dieser Zeitpunkt beinahe

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