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Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden · 1927-01-01 · Heft 9-12 · p. Seite 136

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Journal
Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
Volume
4 (1927) (Neue Folge)
Issue
Heft 9-12
Date
1927-01-01
Page
Seite 136 (sequence 5)
Language
German
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lieh von 2 071 257 auf 1 966 140 d.i. um 105 117 oder 5,07 % gegen 3,08 % bei den Juden. So ungewöhnlich angesichts des noch immer bestehenden Zugs nach der Stadt und insbesondere nach der Großstadt der Bevölkerungsrückgang Alt-Berlins ist — in den 15 Jahren von 1885 bis 1900 hatte auf dem gleichen räumlichen Gebiet eine Zunahme um mehr als eine halbe Million (573 000) stattgefunden —, so steht er doch keineswegs vereinzelt da, hatten doch von den 45 deutschen Städten mit über 100 000 Einwohnern, mit welcher Grenze der statistische Großstadtbegriff einsetzt, nicht weniger als 8 gleichfalls eine Abnahme zu verzeichnen: Dresden (um 0,28 %), Aachen (um 1,02 %), Barmen (um 1,37 %), Elberfeld (um 3,40 %), Wiesbaden (um 4,51 %\ Gelsenkirchen (um 7,07 %), Mainz (um 7,47 %), Plauen i. V. (um 9,25 %) — sämtlich in dem gleichen, nämlich dem gegenwärtigen Gebietsumfang. Bei Berlin aber liegen die Gründe zutage, die fortschreitende Citybildung, die Aushöhlung, die Verwendung bisheriger Wohnräume und Wohnhäuser für geschäftliche, gewerbliche, aber auch für behördliche Zwecke, ein Umschwung, der sich um so eher vollziehen konnte, als in den Vororten durch eine lebhafte Bautätigkeit ein immer stärker wirkender Anreiz zur Uebersiedlung in die noch dazu mit dem sogenannten modernen Komfort ausgestatteten neuen Wohnquartiere geschaffen war. Indessen Alt-Berlin ist durch das Gesetz von 1920 nur mehr zu einem historischen Begriff geworden und an seine Stelle ist die neue Einheitsgemeinde getreten durch Zusammenfassung von 8 Stadtgemeinden, 59 Landgemeinden und 27 Gutsbezirken mit einer, wie bereits im Eingang hervorgehoben — soweit Angaben vorliegen — von keiner Millionenstadt der Welt erreichten Fläche. War vor gerade 50 Jahren des Jubels kein Ende, daß die erste Million erreicht war, berauschte man sich an dem zum geflügelten Wort gewordenen „Berlin wird Weltstadt", so kann man sich jetzt in der Feststellung sonnen, daß Berlin das größte Dorf geworden ist. Dieses heutige Berlin aber wies bei der letzten Volkszählung über 4 Millionen Einwohner auf. Die alten Stadt- und Landgemeinden und Gutsbezirksverwaltungen sind verschwunden. Dafür sind 20 Bezirksämter mit lokalen Kompetenzen unter der Zentralinstanz des Magistrats von Berlin entstanden. Das frühere Berlin, Alt-Berlin, umfaßt wie bereits angegeben, die Bezirksämter 1 bis 6, nur der Bezirk 5, Friedrichshain, greift in früher vorortliches Gebiet hinein, indem er auch Stralau einbezieht. Auf die Verschiedenheiten der Fläche wie der Bewohnungsdichtigkeit wurde bereits oben hingewiesen. Eine außerordentlich weitgehende Differenzierung aber weist auch der Anteil der Juden in den einzelnen Verwaltungsbezirken auf. Er bewegt sich zwischen 0,5 % im Bezirk Reinickendorf und im Bezirk Spandau bis zu 13,0 % im Bezirk Wilmersdorf. Dazwischen liegen: Bezirk Treptow mit 0,7 %, Bezirk Cöpenick 0,8 %, Bezirk Lichtenberg 1,0 %, Bezirk Neukölln 1,1 %, Bezirk Tempelhof 1,4 %, Bezirk Steglitz 1,5 %, Bezirk Pankow 1,6 %, Bezirk Weißensee 1,6 %, Bezirk Kreuzberg 2,2 %, Bezirk Friedrichshain 2,4 %, Bezirk Zehlendorf 3,4 %, Bezirk Tiergarten 5,6 % (15 943 Juden), Bezirk Prenzlauer Berg 6,3 % (20 419 Juden), Bezirk Schöneberg 7,1 % (17 785 Juden), Bezirk Charlottenburg 8,9 % (30 553 Juden), Bezirk Mitte 10,5% (30 977 Juden), Bezirk Wilmersdorf 13,0 % (22 704 Juden). Der Durchschnitt der ganzen Stadt beläuft sich auf 4,29 % (172 672 Juden), der damit um ein weniges hinter dem Durchschnitt von Alt-Berlin, der, wie schon erwähnt, 4,43 %

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