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Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden · 1927-01-01 · Heft 7-8 · p. Seite 103

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Journal
Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
Volume
4 (1927) (Neue Folge)
Issue
Heft 7-8
Date
1927-01-01
Page
Seite 103 (sequence 5)
Language
German
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- 103 — und „Nervenleiden" versteckt; ebenso kann die Diagnose „Gehirnerweichung" bei Menschen bis zum 50. Jahre mit Paralyse identifiziert werden. Großen Wert haben wir auf die Feststellung des Geburtsortes der Gestorbenen gelegt, da ja für die Entstehung chronischer Krankheiten gewiß auch das Milieu, in welchem Kindheit und Jugend verlebt wurden, nicht gleichgültig ist. Man wohnte nicht nur anders im alten Berlin als in den kleinen Landstädten, sondern man aß auch anders, sowohl quantitativ wie qualitativ. Welche große Rolle diese Verhältnisse spielen, wird besonders bei der Betrachtung des Diabetes in die Erscheinung treten, mit dessen statistischen Erhebungen wir nun beginnen wollen. 1. Die Zuckerkrankheit (der Diabetes mellitus). In den Jahren 1881—1Q00 starben bei 22 377 Todesfällen von den in Berlin ansässigen Juden 2) 353 an Diabetes 1,57 %. Darunter waren 194 männlichen und 159 weiblichen Geschlechts. Im kindlichen Alter von 2V2, 3V2 und 5V» Jahren starben 3(1 m, 2 w), in Berlin geboren; im jugendlichen Alter von 15, 17, 18 und 19 Jahren starben 4 Mädchen, 3 in Berlin, 1 in Hamburg geboren. im Alter von 21—30 Jahren starben 8 (5 m, 3 w), im Alter von 31—40 Jahren starben 13 (9 m, 4 w), im Alter von 41—50 Jahren starben 48 (37 m, 11 w), im Alter von 51—60 Jahren starben 104 (60 m, 44 w), im Alter von 61—70 Jahren starben 100 (49 m, 51 w), -') Wir haben alle die, welche von außerhalb, besonders aus Rußland hierher kamen, um sich in hiesigen Kliniken und Krankenhäusern von berühmten Aerzten behandeln zu lassen und hier gestorben sind, nicht berücksichtigt. im Alter von 71—80 Jahren starben 65 (33 m, 32 w), mehr als 80 Jahre waren 6 (w), unbekannt war das Alter bei 2 Witwen. Von 338, welche älter als 30 Jahre waren, waren 282 verheiratet, verwitwet oder geschieden, 33 ledig (26 m, 7 w), von 23 war der Familienstand unbekannt.. Es stammten aus überseeischen Ländern 4 aus Berlin 32 9,06 % aus der Prov. Brandenbg., Pommern, Westu. Süddeutschland 68 19,26 % aus den östl. preußischen Provinzen, Oesterreich u. Rußland ' 181 51,27 % unbekannt. Herkunft3) waren 68 19,26 % Diese beiden letzten Rubriken betragen demnach zusammen über 70 %. Als Beruf war angegeben: Kaufmann 103 mal, Rentier oder Privatier 34 mal, Handelsmann 13 mal, Fabrikbesitzer, Agent und Reisender je 4 mal, Bankier, Rechtsanwalt und Dr. phil. je 2 mal. Ferner 1 Stadtrat, 1 Baumeister, 1 Brauereibesitzer, 1 Musikdirektor, 1 Sänger, 1 Gesanglehrer, 1 Lehrer, 1 Lehrerin, 1 vereideter Makler, 1 Konsulatsbeamter, 1 Bankbeamter, 1 Versicherungsinspektor, 1 Schriftsetzer, 1 Kürschner, 1 Briefträger, 1 Kellner, 4 Schneider, 1 Näherin, 1 Kontoristin, 1 Arbeiterin, 1 Lehrmädchen und schließlich 8 Hospitanten. Beim Vergleich mit den in Berlin an der Zuckerkrankheit gestorbenen Menschen ergibt sich, daß der Anteil der Juden in den verschiedenen Jahren zwischen 11, 86 und 27,90 % schwankt, im Durchschnitt 17,86 % beträgt. Da in den beiden in Betracht gezogenen Jahrzehnten der Anteil der Juden 3) Man kann getrost annehmen, daß diese auch aus dem Osten stammten und daß die Beamten der Revierpolizei die Namen der kleinen Orte in Galizien und Russ.-Polen wegen ihrer Unaussprechbarkeit auf den Scheinen einfach fortliefen.

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