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Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden · 1927-01-01 · Heft 5-6 · p. Seite 82

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Journal
Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
Volume
4 (1927) (Neue Folge)
Issue
Heft 5-6
Date
1927-01-01
Page
Seite 82 (sequence 19)
Language
German
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- 82 - ein Mandat, das ihm auf einer von allen an dieser Frage interessierten Körperschaften Europas beschickten Konferenz im Dezember 1904 in Frankfurt a. M. erteilt wurde. Auf dieser von ihm angeregten Konferenz wurde als eine Abteilung des Hilfsvereins das Zentralbüro für jüdische Auswanderungsangelegenheiten unter Mitwirkung derGroßloge gegründet. Deutschland, insbesondere Preußen bildet seit jeher ein Hauptdurch wanderungsland für die Juden des Ostens. Die Durchwanderung der jüdischen Massen vollzog sich aber bis dahin ohne planvolle Organisation. Eine Organisation zur Fürsorge für die Auswanderer war um so mehr geboten, als namentlich in Preußen der Durchzug von Auswanderern und Rückwanderern stark beschränkenden Bestimmungen unterworfen war. Durch Ministerialerlasse vom 20. Sept. 1904 und 26. Febr. 1905 wurde der Verkehr außerdeutscher Auswanderer über die preußische Grenze, durch Verfügung des Preußischen Ministeriums des Innern vom 3. Dez. 1910 der Verkehr außerdeutscher Rückwanderer erschwert. (Näheres darüber ist in den Jahresberichten des Hilfsvereins zu ersehen.) Kontrollstationen für die Emigranten waren in Bajohren, Berlin (Ruhleben), Tilsit, Eydtkuhnen, Insterburg, Prostken, Illowo, Ottlotschin, Posen und Ostrowo; Registrierstationen in Myslowitz, Ratibor, Leipzig, Bingerbrück, St. Ludwig (Elsaß-Lothringen bei Basel), errichtet. Aber nicht nur in Deutschland bestanden sehr komplizierte Verhältnisse. Wichtige Einwanderungsländer wie England, Dänemark, Argentinien, Canada erschwerten den Zuzug der Emigranten seit Anfang dieses Jahrhunderts immer mehr. Auch in den Vereinigten Staaten machten sich entsprechende Tendenzen stark geltend. Das PreußischeMinisterium des Innern gewährte durch Erlaß vom Jahre 1905 dem Hilfsverein das Recht, die staatlicher Aufsicht unterstellten streng abgeschlossenen Kontroll- und Registrierstationen von seinen Vertrauensleuten behufs Fürsorge für die Auswanderer besuchen zu lassen. Der Hilfsverein arbeitete zur Regulierung der Auswanderungsfürsorge soweit möglich zusammen mit der Jewish Colonization Association (ICA), die in Rußland 1914 bereits 450 Informationsbüros für Auswanderer organisiert hatte, und der J e - wish Territorial Organization (ITO). Hilfsverein und ICA errichteten g e - meinsame Komitees an der russischdeutschen Grenze und zwar in Wirballen- Eydtkuhnen, Grajewo-Prostken, Mlawa-Illowo, Alexandrowo - Ottlotschin, Kalisch- Ostrowo, Sosnovice-Myslowitz, Tauroggen- Jurburg. Die ITO, deren Sitz in London war, und die ein Zentralbüro in Kiew unterhielt, strebte danach, den Einwandererstrom nach den großen Zentren New York, Chicago usw. zu verringern und die jüdischen Einwanderer nach dem Süden und Westen Amerikas vom Hafen Galveston aus zu lenken. Seit dem Jahre 1907 wurden die Expeditionen nach Galveston vom Bremer Büro des Hilfsvereins weitergeleitet. In Deutschland hatte der Hilfsverein 1914 außer den Schutzkomitees in den Hafenstädten Hamburg und Bremen weitere Komitees und Vertrauensleute für Zwecke der Auswanderungsfürsorge überalL da, wo die Schiffsgesellschaften Kontroll- und Registrierstationen errichtet hatten, und an anderen wichtigen Plätzen — Königsberg in Pr., Memel, Tilsit, Insterburg, Eydtkuhnen, Soldau (Illowo), Gollub, Thorn, Pieschen, Ostrowo, Posen, Breslau, Myslowitz, Kattowitz, Ratibor, St. Ludwig b. Basel, Spandau

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