Mannheim
Compact Memory

Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden · 1927-01-01 · Heft 5-6 · p. Seite 76

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
Volume
4 (1927) (Neue Folge)
Issue
Heft 5-6
Date
1927-01-01
Page
Seite 76 (sequence 13)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
96% known words query
IRI
…/2650397-2650411-2650414--5521-2650921
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

- 76 - ken sind, aber aus verschiedenen Gründen. In der Stadt stiegen die Löhne von 1922 bis Anfang 1925 eher; aber seitdem führte die Arbeitslosigkeit im Lande zu einer Senkung des Lohnniveaus. Besonders zu bemerken ist die Senkung der Lohnstufe von 25—35 Piaster (ungelernte Arbeiter) auf die Stufe 15—25 Piaster infolge der Arbeitslosigkeit, während die Löhne von 36 Piaster aufwärts (Facharbeiterlöhne) weniger stark gefallen sind. Bei den Facharbeitern ist in vielen Berufen die Arbeitslosigkeit geringer und daher die Lohnsenkung nicht so ausgesprochen. Die Tabelle zeigt deutlich, daß die große Masse der Arbeiter mit Löhnen zwischen 16 — 35 Piaster (3,20 7 Mark) auskommenmuß, trotz wegen der Arbeitslosigkeit weitest durchgeführten Arbeitsteilung und Teuerung (Fleisch, Milch und viele andere Produkte sind viel teurer als in den meisten Städten Europas). Etwas anders liegt die Sache in den landwirtschaftlichen Kolonien. Unter dem Druck der Konkurrenz unorganisierter arabischer Arbeiter ist in den Kolonien das Lohnniveau absolut bedeutend niedriger als in der Stadt. Hier muß sich heute ein Drittel der Arbeiter mit einem Lohn von 5—15 Piaster (1—3 Mark pro Tag) und fast die Hälfte mit einem Lohn von 16—20 Piaster (20—25 Piaster erhalten nur eine geringe Zahl) 3,20 bis 4,00 Mark begnügen. Dagegen ist die aus der Tabelle hervorgehende große Senkung des Lohnniveaus in den landwirtschaftlichen Kolonien von 1922 bis 1926 (damals erhielten nur 8,5 % aller Arbeiter zwischen 5—15 Piaster, heute dagegen 8,9 %) keine Erscheinung der letzten lx/4 Jahre wie in der Stadt, sondern die Senkung trat bereits 1923 ein, da damals aus außergewöhnlichen Gründen infolge von Araberüberfällen die jüdischen Arbeiter eine kurze Zeit in den Kolonien den Arbeitsmarkt beherrschten und infolgedessen das Lohnniveau um einige Piaster heben konnten. Als der Druck von außen aufhörte, sanken mit dem Eindringen der unorganisierten Arbeiter die Löhne unter das Existenzminimum, um erst von 1925 ab um einige Piaster wieder zu steigen, was aber aus der Tabelle, die die Löhne von 1925 nicht verzeichnet, nicht hervorgeht. Weniger bedeutend sind die Lohnverschiebungen während der 4 Jahre für Monatslöhne (Angestellte, Lehrer usw.). Monatslohnstufen: In der Stadt In den Kolonien Absolute Zahlen In Prozenten Absolute Zahlen In Prozenten 1922 1926 1922 1926 1922 1926 1922 1926 Von 1- 5 £ ... 690 903 25,1 28,4 79 101 24,3 39,9 25,9 Von 6—10 £ . . . 1183 1324 43,1 41,5 130 184 47,1 Von 11-25 £ . . . 788 903 28,6 28,1 114 106 35,0 27,0 Von 26 und mehr . . 87 62 3,2 2,0 3 — 0,8 — Aus der Tabelle ergibt sich, daß das Lohnniveau der Angestellten in Stadt und Land viel ausgeglichener ist als das der Lohnarbeiter (es handelt sich vielfach auch um Angestellte in Anstalten mit Landeslohntarifen (Schulen, Krankenkassen, Krankenhäuser usw.) 40—50 % aller derer, die Monatslöhne erhalten, stellen sich auf 6—10 Lire pro Monat (120—200 Mark), 25 % auf Löhne unter 5 Lire (Lehrlinge usw.), durch-

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.