Mannheim
Compact Memory

Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden · 1927-01-01 · Heft 5-6 · p. Seite 74

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
Volume
4 (1927) (Neue Folge)
Issue
Heft 5-6
Date
1927-01-01
Page
Seite 74 (sequence 11)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
97% known words query
IRI
…/2650397-2650411-2650414--5519-2650919
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

74 — liehen auf Konto der Arbeiterinnen (und>besonders der Arbeiterfrauen) zu setzen. Die Zahl der hebräisch Beherrschenden stellt sich namentlich bei den Arbeitern auf 82,4 Prozent, bei den Arbeiterinnen nur auf 47,9 Prozent, vor der Einwanderung bei den Arbeitern auf 58,3 %, bei den Arbeiterinnen auf 26,8 %. Es ergibt sich also, daß nicht nur die Prozentzahl der vor der Einwanderung hebräisch sprechenden Arbeiterinnen geringer ist als die der Arbeiter, sondern, daß auch die Prozentzahl der im Lande Lernenden bei den Arbeiterinnen kleiner bleibt (21,1 % statt 24,1 %). Und noch eine Erscheinung ist erwähnenswert: der Unterschied in der Beherrschung der Sprache in Stadt und Land. Hebräisch-Sprechende Arbeiter Arbeiterinnen Zusammen In den landwirtschaftlichen Lohnarbeiter-Kolonien . . . In den landwirtschaftlichen Eigensiedlungen der Arbeiter- 78,9% 90,1 % 94,7% 40,9% 60,6 % 80,6% 65,1 % 81,4% 89.1 % Wir sehen also, daß, entsprechend der vorher konstatierten Tatsache, daß der Grad der Schulvorbildung unter den Landarbeitern höher ist als unter den städtischen Arbeitern, dies auch für die Beherrschung der hebräischen Sprache zutrifft und im besonderem Maße auch für die Arbeiterinnen. In den Eigensiedlungen der Arbeiterschaft können nur 5 % der Arbeiter nicht hebräisch, und 19 % der Arbeiterinnen (gegenüber 21,1 % bezw. 59,1 % in der Stadt). Auch in den landwirtschaftlichen Lohnarbeiterkolonien ist das Verhältnis noch viel günstiger als in der Stadt; es handelt sich besonders um die Frauen der Lohnarbeiter in der Stadt, die die Sprache nicht beherrschen. Die hebräische Atmosphäre in der Landwirtschaft trägt dazu bei, daß die Erlernung der Sprache selbst unter den Arbeiterinnen im Lande ganz andere Fortschritte macht als in der Stadt; von den städtischen Arbeiterinnen lernen nur 23,6 % die Sprache im Lande, von den Arbeiterinnen in den kooperativen Arbeitersiedlungen dagegen: 39,7 %. Auf jeden Fall stellt die Sprachenfrage der Arbeiterinnen in der Stadt, schon im Hinblick auf die Erziehung des folgenden Geschlechts, die Kulturkommission der Arbeiterschaft vor eine ernste Aufgabe. Die Arbeitsbedingungen. Von allen Fragenkomplexen, die mit den Arbeitsbedingungen der Arbeiterschaft in Beziehung standen, wurden durch die Zählung die Fragen der Arbeitszeit und des Nominallohnes erfaßt, während detaillierte Untersuchungen dieser Frage Spezialenqueten überlassen bleiben müssen. Arbeitszeit der städtischen Arbeiter Arbeiter Arbeiterinnen Summa In Prozenten Weniger als 8 Stunden 8 „ 9-10 11—12 Mehr als 12 372= 4,5% 5 631= 70,8% 1163= 14,7% 548= 6.8% 267= 3,2% 153= 10,0% 905= 59,6% 279= 18,1% 141= 8.3% 66= 4,0% 525 6536 1442 689 333 5,5% 68,6% 15,2% 7,2% 3,5% Summa 7 981=100 % 1544=100% 9 525 100%

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.