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Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden · 1927-01-01 · Heft 5-6 · p. Seite 71

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Journal
Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
Volume
4 (1927) (Neue Folge)
Issue
Heft 5-6
Date
1927-01-01
Page
Seite 71 (sequence 8)
Language
German
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- 71 - derung), eine Erscheinung, die noch stärker sich bemerkbar machen würde, wenn wir die Konfektion allein in Betracht zögen; denn in diesen 4 Jahren entstanden im Lande die Anfänge einer Textilindustrie, die bis jetzt ungefähr 200 Arbeiter in Fabriken beschäftigt; und um diese Summe ist die Zahl der heute in der Konfektion tätigen Arbeiter noch zu verringern. In der Rubrik „Transp o r t g e w e r b e ", die die Eisenbahnarbeiter, die zumeist nach ihren Berufen (Schlosser, Tischler usw.) verzeichnet sind, nicht umfaßt, sehen wir ein starkes Eindringen von Juden in neue Berufe; unter ihnen sind erwähnenswert Kamel- und Eseltreiber, Autofahrer usw. In Landwirtschaft, Industrie und Handwerk sind im Lande 67,6 % aller in Palästina tätigen Arbeiter beschäftigt (und wenn wir die Frauen, die nur Hausarbeit verrichten, nicht in Betracht ziehen, 86 %, während in diesen Haupttätigkeitszweigen vor der Einwanderung nur 28,8 % tätig waren. 3 8,3% gingen im Lande zur produktiven Arbeit über: darin drückt sich die besondere Bedeutung Palästinas für den Produktivisierungsprozeß der Juden aus. Was die Frage der Organisierung der Arbeiter entsprechend den verschiedenen Berufszweigen betrifft, so ist dieser Prozentsatz fast in allen Berufen ein hoher; im Gesamtdurchschnitt sind 71,9 % aller Arbeiter und 67,9 % aller Arbeiterinnen organisiert; in der Landwirtschaft aber 91,1 bezw. 96 % (der Prozentsatz der organisierten Landarbeiterinnen ist also höher als der der Landarbeiter), im Bauhandwerk 80,9 % (bezw. 97,1 %); in fast allen anderen Berufszweigen zwischen 60—70 % aller Arbeiter und 55—65 % aller Arbeiterinnen, ausgenommen die Konfektion, in der nur 45 % der Beschäftigten organisiert sind, sowie einzelne kleinere Gewerbe (Friseure, Hausangestellte usw.) mit 8 % bis 17 % Organisierten. Im Durchschnitt ist der Prozentsatz der Organisierten unter den Arbeiterinnen kaum kleiner als unter den Arbeitern. In Fabriken sind nach unserer Statistik im Ganzen 3400 Arbeiter beschäftigt, von ihnen 1468 in Tel- Awiw, 707 in Haifa, 706 in Jerusalem, 81 in Tiberius, 154 in den übrigen Städten, 284 in den Kolonien; 2894 sind Arbeiter, 506 Arbeiterinnen (letztere in der Konfektion, in Textilfabriken, in der Kartonagenindustrie, in Zigarettenfabriken). Im Ganzen verteilen sich die Fabrikarbeiter auf folgende Industrien: Holzbearbeitung: 502 Metallindustrie: 412 Kleider-Industrie: 317 Ernährungsindustrie: 266 Druckerei- und Papier-Industrie 259 Baumaterialien-Industrie: 247 Schuh- und Leder-Industrie 203 Elektrizitäts-Industrie: 201 Textil-Industrie: 179 Bäckereien: 128 Kartonagen-Industrie: 80 Zündhölzer-Industrie: 38 Chemische Ind. u. Verschiedenes: 568 Summa: 3400 Eine besondere Rolle spielen in Palästina i die Wirtschaftsgenossenschaften und Kooperativen in Stadt und Land (sogenannte Produktivgenossenschaften in der gebräuchlichen Terminologie). Sie nehmen in Palästina als einem Kolonisationsland einen weit größeren Platz ein, als derartige soziologische Gebilde in Europa im allgemeinen. (s. Tabelle S. 72.) i Insgesamt sind also 7306 Arbeiter in derj artigen Gruppen organisiert, d. h. also un- | gefähr */4 der Gesamtarbeiterschaft des Lan- I des, ein im Vergleich zum Ausland sehr ho-! her Prozentsatz.

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