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Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden · 1927-01-01 · Heft 3-4 · p. Seite 46

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Journal
Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
Volume
4 (1927) (Neue Folge)
Issue
Heft 3-4
Date
1927-01-01
Page
Seite 46 (sequence 15)
Language
German
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— 46 - Das Wachstum des Jisffluw. Von J. Bcn-Zwi, Jerusalem. Die Volkszählung, die vor 4 Jahren, am 22. Oktober 1922, von der palästinensischen Regierung durchgeführt wurde, war die erste regelmäßige, mehr oder weniger genaue Volkszählung, die uns ein annähernd wahres Bild der Wirklichkeit verschafft. Die türkische Regierung nämlich vor dem Umsturz pflegte bloß die männliche Bevölkerung im Alter des Militärdienstes abzuschätzen, fand es jedoch nicht für notwendig, auch die Frauen und die Kinder zu schätzen. Zwar beschäftigten sich auch Privatpersonen sowie wissenschaftliche Vereine, besonders englische, deutsche und französische Gesellschaften, mit statistischen Schätzungen der Bevölkerung Palästinas. Da jedoch diese noch viel geringere Möglichkeiten zur Verfügung hatten als die türkische Regierung, so waren all diese Schätzungen nur vom geringen wissenschaftlichen Wert. Doch weist auch die amtliche Volkszählung bedeutende Mängel auf. Die Beduinen z. B. wurden nicht mitgezählt, wie die Städter und die Dörfler, und die von der Regierung angeführte Zahl der Beduinen — 103 331 — kann nicht als eine genaue Angabe betrachtet werden. Diese Zahl nämlich ist zu hoch gegriffen, wie ich es seinerzeit in einem offenen Schreiben an die Regierung nachgewiesen habe, auf das ich bisher noch keine Antwort erhalten habe. Seit 1922 hat keine weitere Volkszählung stattgefunden. Die Regierung pflegt bloß jedes Jahr die Anzahl der Einwohner des Landes abzuschätzen, indem sie die im Jahre 1922 gefundene Zahl mit dem Zuschuß der natürlichen Vermehrung (Differenz zwischen Geburts- und Todesfällen) und dem aus der Differenz zwischen Ein- und Auswanderung resultierenden Zuschuß korrigiert. Die Ergebnisse dieser Schätzung für das Ende des Jahres 1926 liegen nunmehr vor, und wenn auch diese amtliche Schätzung keine Genauigkeit aufweisen kann, so gibt sie uns doch gewisse Anhaltspunkte in die Hand, um daraus Schlüsse ziehen zu können, die sowohl in Bezug auf die Vermehrung der Einwohnerschaft überhaupt, als auch speziell bezüglich des Anwachsens des jüdischen Jischuw im Lande von Interesse sind. Die Gesamtzahl der Einwohnerschaft des Landes (wohlverstanden, wir betrachten den Westteil Palästinas, das sogenannte „National Home") betrug vor 4 Jahren 757 182. Arn Ende des Jahres 1926 schätzt die Regierung die Gesamtbevölkerung auf 887 000, was einen Zuwachs von 130 000 Seelen oder 17,2 % bedeutet. Diese Zahl — 130 000 — setzt sich zusammen aus: 1. dem Ueberschuß der Einüber die Auswanderung (zirka 74 000), 2. der natürlichen Vermehrung (zirka 46 000) und 3. aus der Bevölkerung des nördlichen Territoriums, welches im Laufe dieses Zeitabschnittes dem britischen Mandat einverleibt wurde (zirka 10 000). Untersuchen wir zunächst den Bevölkerungszuwachs innerhalb der einzelnen Glaubensgemeinschaften, so finden wir, daß die jüdische Bevölkerung einen Zuwachs von 74 000 Seelen erfahren hat, was ungefähr 8 8,4 % ihrer Anzahl vor 4 Jahren ausmacht, daß bei den Christen die Vermehrung 14 000 oder 19,17 %, und bei der mohammedanischen Bevölkerung die absolute Vermehrung 36 000, was weniger als 6 % ihrer Anzahl vor 4 Jahren ausmacht, beträgt. De facto ist der Prozentsatz der jüdischen Bevölkerung im Verhältnis zur gesamten Einwohnerschaft des Landes von 11,6 (vor 4 Jahren) auf beinahe 18 % gestiegen. Im sei-

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