Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Journal
- Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Volume
- 4 (1927) (Neue Folge)
- Issue
- Heft 3-4
- Date
- 1927-01-01
- Page
- Seite 47 (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
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— 47 — ben Zeitabschnitt ist der Prozentsatz der! christlichen Bevölkerung von 9,64 auf 9,81 % j gestiegen, während der Prozentsatz der Mo-! hammedaner von 78,03 auf 70,5 % gesunken j ist. Diese Zahlen entrollen uns zunächst ein interessantes Bild vom Zuwachs und Aufstieg der jüdischen Bevölkerung, fast bis zur Verdoppelung ihrer früheren Anzahl, und dies in der kurzen Periode von 4 Jahren. Würde sich dieser Aufstieg progressiv fortsetzen, würde sich die jüdische Bevölkerung in je 4 Jahren jedesmal um das Doppelte vergrößern — so könnten wir in den nächsten 12 Jahren unsere Anzahl im Lande auf 1 300 000 bringen, in Westpalästina allein. Selbstverständlich soll diese Schlußfolgerung bloß zur Illustration dienen. Der Prozeß der Vergrößerung einer Bevölkerung läßt sich nicht im voraus bestimmen. Er hängt vielmehr von den realen Bedingungen, von den vorhandenen Möglichkeiten der städtischen und der landwirtschaftlichen Ansiedlung ab. Doch gehört die Untersuchung der bestehenden Kolonisationsmöglichkeiten nicht in den Rahmen dieses Artikels. In dieser kurzen Skizze wollen wir vor allem die an sich so wichtige Erscheinung des Anwachsens der jüdischen Bevölkerung innerhalb der gesamten Einwohnerschaft Palästinas etwas näher betrachten. Dazu ist es nötig, die Details des Anwachsens genauer auseinanderzusetzen. Beginnen wir mit J u d a e a, das den amtlichen Namen „Südlicher Distrikt" führt. Es umfaßt einerseits die Bezirke Gaza, Hebron und Beer-Schewa mit einer Bevölkerung von 200 920 Seelen (darunter die übertrieben hohe Zahl von mehr als 72 000 Beduinen), andererseits die Bezirke Jerusalem, Ramallah, Bethlehem, Jerichow, Jaffa-Ramleh mit einer Bevölkerung von 262 198 Seelen. Bei der Volkszählung zählte Judea 463 118 Einwohner, darunter 63375 Juden. Der jüdische Prozentsatz betrug demnach in diesem Gebiete vor 4 Jahren nur 13,69 %. In den letzten 4 Jahren ist hier die jüdische Bevölkerung um 43000 Seelen gewachsen, während der Zuwachs der nicht-jüdischen Bevölkerung 22 000 beträgt, so daß in diesem Gebiet ein Gesamtzuwachs von 65 000 zu konstatieren ist. Insgesamt beträgt die Einwohnerschaft Judaeas am Ende des Jahres 1926 528 000 Seelen. Die jüdische Bevölkerung, die sich insgesamt auf i05 000 Seelen hier beläuft, macht jetzt 2 0 % der Gesamtbevölkerung statt der früheren 13,7 % aus. Die letzten 4 Jahre gaben demnach den Juden Judaeas einen Zuwachs von 6,3% im Verhältnis zur Gesamteinwohnerschaft dieses Gebietes. Wollten wir jedoch unsere Betrachtung auf die Bezirke der dichtesten jüdischen Bevölkerung beschränken, nämlich auf die Bezirke Jaffa-Ramleh, so könnten wir selbstverständlich einen viel größeren Zuwachs der jüdischen Bevölkerung feststellen. Dieses Gebiet, das die Stadt Tel Awiw mit den meisten jüdischen Kolonien umfaßt, zählte vor 4 Jahren 65 314 Einwohner im Bezirk Jaffa, und 49 075 — im Bezirk Ramleh, insgesamt also 114 389 Einwohner. Darunter waren 28 071 Juden, was also 24,5 % der Gesamtbevölkerung ausmachte. Während der letzten 4 Jahre trat eine Vermehrung der jüdischen Bevölkerung dieser Bezirke um 33 000 Seelen ein (25 000 in Jaffa-Tel Awiw und 8000 in den Kolonien und den Vorstädten Tel Awiws), während der Zuwachs der nichtjüdischen Bevölkerung 7000 beträgt. Insgesamt ist demnach die jüdische Bevölkerung in diesen beiden Bezirken auf 61000, die Gesamtbevölkerung. auf 154 000 angewachsen. In Prozenten macht die jüdische Bevölkerung dieser Bezirke 39 7o