Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Journal
- Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Volume
- 4 (1927) (Neue Folge)
- Issue
- Heft 1-2
- Date
- 1927-01-01
- Page
- Seite 25 (sequence 26)
- Language
- German
- Belongs to
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und ökonomischer Art gelang, den Betrieb in Einnahmen und Ausgaben auszubalanzieren und langsam zu vervollkommnen, so daß Halbe 1923 die beste Ernte des umliegenden Dorfes erzielte. Zurzeit werden in Halbe 11 Jungen ausgebildet. Die ebenfalls in der Nähe Berlins gelegene Obst- und Gemüsefarm Löwenberg ging 1921 in jüdische Hände über und wird seitdem unter Leitung eines Gärtners selbständig bearbeitet. Vom Besitzer, der dem Hechaluz den Betrieb zur verantwortlichen Bearbeitung übergeben hatte, wurden einige wichtige Neuanschaffungen gemacht, so ein heizbares Gewächshaus. Die Produkte Löwenbergs werden nach Berlin auf den Markt oder an Conservenfabriken verkauft, besonders Spargel. Es werden augenblicklich 11 Jungen und 3 Mädchen in Gemüse und Obstbau ausgebildet. Ludwigshorst, ein Rittergut von zirka 1500 Morgen in Westpreußen, gehört einem jüdischen Rittergutsbesitzer, der 1923 eine Anzahl Chaluzim zur Ausbildung bei sich aufgenommen hat, die wie zwei Arbeiterfamilien bei ihm gelten, Lohn und Deputat wie die andern Arbeiterfamilien erhalten und eine eigene Wirtschaft führen. Die Ausbildung der 11 Jungen und 3 Mädchen umfaßt alle Zweige der Landwirtschaft. Markenhof, ein jüdisches Lehrgut bei Freiburg, ist ein modern eingerichteter landwirtschaftlicher Betrieb unter fachmännischer Leitung mit guter Ausbildungsmöglichkeit. Zurzeit werden 10 Jungen und 4 Mädchen ausgebildet. Außer diesen vier Siedlungen hat der „Hechaluz" zu Ausbildungszwecken eine Anzahl sogenannter Bauernzentren, d. h. Dörfer und Plätze, wo in einem engen Umkreis von 1—2 Stunden Entfernung eine größere Anzahl einzelner Chaluzim bei Bauern ausgebildet wird. Der Vorteil dieses Systems besteht einmal darin, daß die Chaluzim alle Vorteile der auf hoher Entwicklungsstufe stehenden deutschen Landwirtschaft und der langen landwirtschaftlichen Tradition deutscher Bauernfamilien genießen, andererseits, daß sie mit ihren Freunden und Genossen eng verbunden bleiben, sind es doch meist Zusammengehörige, aus den gleichen Jugendbünden herausgewachsene Gruppen, die in solche Zentren gehen. Solche Zentren befinden sich in Biebrich mit 12 Chaluzim Schierstein „5 „ Erbenheim (b. Wiesbaden) „11 „ Holstein „ 9 „ der Pfalz (Deutschhof b. Landau) „ 5 „ bei Hameln „ 12 „ Thüringen „ 4 „ Elsaß „ 6 „ Sachsen (b. Chemnitz) „ 9 „ Oberschlesien (Gr. Wartenberg) „ 7 Mittelschlesien (Friedersdorf) „ 2 „ Da die meisten Bauernzentren noch entwicklungsfähig sind, wird ein weiterer Ausbau versucht. Außer der allgemeinen landwirtschaftlichen Ausbildung bemüht sich die Zentrale, einige Spezialfächer in der Landwirtschaft, die für Palästina von besonderer Bedeutung sind, in den Kreis der Aufgaben einzuziehen. 1924 befanden sich nun in Ausbildungszentren: Siedlungen 47 Chaluzim Bauernzentren 82 „ Einzelne 75 „ Specialia 14 „ 218 Chaluzim. Zusammenfassung. Wenn wir versuchen, aus den angeführten praktischen Beispielen der Versuche, zu einer Berufsumschichtung in Handwerk und Landwirtschaft zu gelangen, Schlüsse zu ziehen,