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Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden · 1927-01-01 · Heft 1-2 · p. Seite 24

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Journal
Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
Volume
4 (1927) (Neue Folge)
Issue
Heft 1-2
Date
1927-01-01
Page
Seite 24 (sequence 25)
Language
German
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hing eines neuen Lehrgutes in H a 1 b e b e i j B e r 1 i n zu schaffen, dessen Bewirtschaftung 1920 in Angriff genommen wurde. Da dieses . Gut aber fast ausschließlich der Ausbildung landwirtschaftlicher „Chahuzim" (= Arbeitspioniere für Palästina) dient, soll im nächsten Teile erst auf Halbe eingegangen werden. 3. Durch die Hechaluz-Bewegung. Seit der Balfour-Deklaration vom November 1918, nach der Palästina als „National Home" dem jüdischen Volke zugesprochen wurde, haben sich in allen Ländern der Welt diejenigen, die am Aufbau des Heiligen Landes praktisch mitarbeiten wollen, als „Chaluzim" zusammengeschlossen. Auch in Deutschland entstand so die Vereinigung dieser Arbeitspioniere, die sich zum „Hechaluz- Verbande" zusammenschlössen. Der „Hechaluz" in Deutschland ist ein unparteiischer Verband, der sich auf den ideellen Grundlagen der allgemeinen jüdischen Organisation in Palästina aufbaut, in ihm schließen sich die in Deutschland arbeitenden Chalu- ' zim zwecks Wahrung ihrer gemeinsamen Interessen zusammen. Dem Deutschen Landesverband kann jeder angehören, der einen landwirtschaftlichen, handwerklichen oder anderen, unmittelbar für den Aufbau des arbeitenden Palästina lebenswichtigen Beruf erlernt oder ausübt. Diesem Grundsatze entsprechend, war es nötig, die sich meldenden Chaluzim, die entweder höhere Schüler und Studenten oder gebildete junge Kaufleute waren; zur Vorbereitung beruflich umzuschichten: Diese Umschichtung nun nahm der Hechaluz-Verband selbst in die Hand, indem er sein Augenmerk ganz besonders auf die Umschichtung zur Landwirtschaft richtete, die zum Handwerk tritt dagegen in den Hintergrund. Den Berichten über den gegenwärtigen Stand der landwirtschaftlichen Hachscharah23) zufolge ergibt sich folgendes Bild.24) Die Z e n t r a 1 s t e 11 e d e s „ H e c h a - 1 u z " wurde bei der gesamten Verteilung der landwirtschaftlichen Chaluzim von dem Bestreben geleitet, niemand an vereinzelte Stellen zu schicken, da der Uebergang zur Landwirtschaft, der sowieso schon große Forderungen an die Zuverlässigkeit und Standhaftigkeit der Einzelnen stellt, erschwert wird, wenn der Einzelne allzu vereinsamt und allein in einer ihm wesenfremden Umgebung bleibt. Diese Gefahr ist hier besonders groß, da es sich bei den Chaluzim, wie schon erwähnt, um Angehörige verschiedenster Berufsgruppen handelt, vornehmlich Schüler, Studenten, Kaufleute, die nur die Begeisterung für Palästina dazu treibt, eine ihnen völlig ungewohnte, beschwerliche Berufsausbildung auf sich zu nehmen, um später in Palästina in diesem Beruf tätig zu sein. Doch gelang es, fast die gesamte landwirtschaftliche Hachscharah in Siedlungen und Bauernzentren zu konzentrieren. Die Hachscharah umfaßte 1924: 4 Siedlungen, nämlich Halbe, Löwenberg, Ludwigshorst und den Markenhof. Halbe wurde, wie bereits früher erwähnt, vom Bodenkultur-Verein 1920 gegründet und dem Hechaluz für die Zwecke der landwirtschaftlichen Ausbildung zur Verfügung gestellt. Es ist ein Bauerngut in der Nähe Berlins, 50 Morgen groß, und wird von Chaluzim bewirtschaftet, denen es unter den schwierigsten Bedingungen technischer 2S) Hachschar (hebräisch) brauchbar gemacht; Hachscharah Brauchbar, Urbarmachung (von Grund und Boden). 2*) Entnommen der „Rundschreiben" der Zentrale, sowie den bisher unveröffentlichten Betriebsstatistiken, die dem Verfasser freundlicherweise zur Verfügung gestellt wurden.

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