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Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden · 1927-01-01 · Heft 1-2 · p. Seite 19

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Journal
Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
Volume
4 (1927) (Neue Folge)
Issue
Heft 1-2
Date
1927-01-01
Page
Seite 19 (sequence 20)
Language
German
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— 13 — Von der Wichtigkeit des Problems der Umschichtung überzeugt, versuchte der Vorstand der Berliner jüdischen Gemeinde, auch seinerseits dazu beizutragen, indem er sein zweites Waisenbaus in Pankow bei Berlin zur Pflege, Erziehung und Ausbildung von verwaisten Knaben „vorzugsweise zu Handwerkern" bestimmte und so zum Vorbilde wurde für andere jüdische Waisenhäuser in Deuschtland. Von den 264 Knaben, die bisher in dem Waisenhaus erzogen wurden, waren 225 aus Deutschland, 39 (von denen 38 Handwerker wurden und nach Amerika auswanderten), aus Rußland. Von den 225 deutschen Knaben haben 175 die Anstalt verlassen, davon 148 als Handwerker; 15 Knaben wurden vor der Entlassung aus der Anstalt genommen, 3 sind gestorben, nur 9 sind in ein kaufmännisches Geschäft getreten. Gegenwärtig befinden sich 28 Lehrlinge und 61 Schüler in der Anstalt. b) Durch Berufsberatung in jüdischen Berufsberatungsstellen. Der Weg, zur Berufsumschichtung zum Handwerk durch Berufsberatung beizutragen, ist, im Gegensatz zu den bisher besprochenen Wegen, jüngsten Datums. Erst 1916 beschloß ein Kreis jüdischer Männer und Frauen aus allen Berufen, die Berufsumschichtungsbestrebungen zu unterstützen durch jüdische Berufsberatung in eigenen Beratungsstellen. Das Ziel war die „Verteilung der Juden auf alle Berufsstände, insbesondere auf die körperlich arbeitenden Berufe in Stadt und Land" 8). So wurde 1916 die „Hauptstelle für Berufsberatung der Juden" 8) Georg Baum: „Die Berufsumschichtung der jüd. Jugend" in Mitteilungen des Verbandes d. jüd. Jugendvereine Deutschlands, Mai 1919, S. 31 ff. geschaffen, die unter Wahrung ihrer Selbständigkeit dem „Centraiverein deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens", der größten jüdischen Organisation Deutschlands, angegliedert wurde. Der Centraiverein stellte seine Mittel und die Kräfte seiner Organisation zur Verfügung für die Zwecke der Berufsberatung. [(Die Beratungsstelle ist in Gemeinschaft mit dem „Verband der Arbeitsnachweise", der „Großloge U.O.B.B.", dem „Verein selbständiger Handwerker jüdischen Glaubens", dem „Verband der jüdischen Jugendvereine für Deutschland" und dem „Jüdischen Frauenbund" errichtet.)] Beratungsstellen wurden ferner in den wichtigsten deutschen Städten errichtet. Als Beispiel für die Art der Tätigkeit der Beratungsstellen sei hier zunächst auf die größte und wichtigste eingegangen, die Berliner Stelle °). Die Arbeiten begannen hier erst 1922 | durch den Zusammenschluß des „ V e r e i n s! für Arbeitsnachweis der Berlii ner Logen", des „Jüdischen A r - i beitsamtes, Berlin", des Vereins 'selbständiger Handwerker jüdischen Glaubens" und des „Jüdischen Frauenbundes" zu einer Arbeitsgemeinschaft, der die bereits seit Jah- , ren bestehende Stellenvermittlung für kauf-! raännisches weibliches Personal angeschlosj sen wurde. Als neue Abteilung wurde eine | Berufsberatung und Lehrstellenvermittlung | eingerichtet; die Kosten für diese Abteilungen! wurden je zur Hälfte vom Verein für Arbeits- I nachweis und vom jüdischen Arbeitsamt ge- | tiagen. Der Vorstand ist aus Vertretern der | vier Vereine zusammengesetzt. Die Berufsfl) Die Angaben sind entnommen teils den Berichten der Berl. Beratungsstelle 1922/23, teils den Akten 1923/24, in die dem Verfasser liebenswürdiger Weise Einsicht gewährt wurde.

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