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Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden · 1927-01-01 · Heft 1-2 · p. Seite 6

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Journal
Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
Volume
4 (1927) (Neue Folge)
Issue
Heft 1-2
Date
1927-01-01
Page
Seite 6 (sequence 7)
Language
German
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6 — stehungderKur z s i c h t i g k e i t aufzudecken. Er hat gezeigt, daß durch die mit der Naharbeit in der Regel einhergehende Rumpf- und Kopfbeugung das Auge nach abwärts fällt, der Schwerkraft unterliegt und während der Zeit des Körperwachtums allmählich gedehnt wird. Durch exakte und harmlose Versuche an jungen Affen ist dieser Entstehungsmodus der Kurzsichtigkeit einwandsfrei erhärtet worden. So wird es auch verständlich, warum gerade bei den Juden die Kurzsichtigkeit in erhöhtem Maße auftritt. Denn da den Juden im allgemeinen ein erhöhter Bildungsdrang innewohnt, da selbst bei den wirtschaftlich schlecht Situierten die Kinder frühzeitig, nicht selten sogar schon vor Beginn der Schulzeit mit hebräischem Unterricht intensiv beschäftigt werden, so ist die Rumpf- und Kopfbeugung bei den Juden in der Periode des Wachtums häufiger, als bei der christlichen Bevölkerung. Daher tritt auch die Dehnung des Auges bei den Juden im allgemeinen häufiger und intensiver auf als bei der letzteren. Natürlich spielen, wie bei allen Erkrankungen und Anomalieen, auch beim Glaucom und der Kurzsichtigkeit hereditäre Momente eine nicht geringe Rolle. So ist es nicht unmöglich, daß die Juden von vornherein für die Kurzsichtigkeit nicht nur nicht mehr, sondern sogar weniger disponiert erscheinen, als die christliche Bevölkerung. Die hereditären Momente werden aber immer dann von sekundärer Bedeutung sein, wenn eine besonders schädigende Wirkung der Umwelt, wie z. B. eine vermehrte Rumpf¬ und Kopfbeugung, stärker in Erscheinung tritt. Erst größere Statistiken, die zurzeit nicht vorliegen, dürften imstande sein, die Frage von der Disposition der Juden für die Kurzsichtigkeit genauer zu klären. Sind die Juden eine Kasse? Von Dr. S. Feist, Berlin. Diese alte Streitfrage wird von Professor Hans Friedenthal in den Lieff. 1—3 und 4—6 des Jahrgangs 1926 dieser Zeitschrift aufs Neue erörtert und gleich zu Anfang in dem Sinne von Maurice Fishb e r g, Die Rassenmerkmale der Juden, 1913 und anderen dahin beantwortet, daß die Juden eine Religionsgemeinschaft darstellen und daß es niemals, selbst dann nicht, als die Juden noch ein Volk waren, eine Zeit gegeben hat, wo man von einer jüdischen Rasse sprechen konnte, wie es heute die Wissenschaft allein als zulässig erklärt. Selbst die Begriffe Familie und Rasse decken sich nicht, und sollte das jüdische Volk in der Urzeit zum Teil aus einer Familie (Abraham und seine Nachkommenschaft) hervorgegangen sein, so brauchen diese Abkömmlinge keine „rassigen" (d. h. in genau definierten erblichen Eigentümlichkeiten miteinander übereinstimmende) Individuen gewesen zu sein, wenn man Gregor Mendels S. J. Vererbungsgesetze im Auge behält. Reine Linien gibt es nur auf dem Papier und in dem Begriff, aber nicht in der Wirklichkeit und in der Natur. Einzelne Individuen könnten vielleicht durch Zufall als reinrassige Repräsentanten des Patriarchen-Ehepaares — stimmte dieses

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