Mannheim
Compact Memory

Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden · 1926-01-01 · Heft 4-6 · p. Seite 57

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
Volume
3 (1926) (Neue Folge)
Issue
Heft 4-6
Date
1926-01-01
Page
Seite 57 (sequence 18)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
95% known words query
IRI
…/2650397-2650406-2650408--5361-2650823
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

— 57 - Die Düsseldorfer Ausstellung hat viele Kreise' geweckt, die von ihrem Wirkungskreis aus von der Peripherie gewissermaßen ihren Anteil an der jüdischen Sozialhygiene nehmen. Fast alle diese Bewegungen gelten den bereits krankhaften Erscheinungen, der Fürsorge für pathologische Befunde und ihre Bestrebungen greifen selten an die Wurzeln selbst. Eine allumfassende sozialhygienische Erfassung des soziahygienischen Problems wird die hier angeschnittenen Probleme zu erfassen haben. Sie wird der Vorarbeiten z. B. über die Geburtenfrage bedürfen, wie sie hier gegeben sind. Aus diesem Grunde und zum Vergleich für spätere Arbeiten werden derartige Untersuchungen von einer größer werdenden Bedeutung sein. Die hier gegebenen Unterlagen zeigen die Auflösung der Familie, die Neueinstellung des Sexuallebens und die Aufhebung des Nachwuchses. Deutsche ReUhsverfassung and Konlesslonsstoflsflk. Von Herbert Philippsthal. Die amtliche Konfessionsstatistik fehlt den Ländern mit Trennung von Staat und Kirche. Als typische Beispiele nennen wir die westlichen Kulturländer und vor allem die Union, die seit dem Jahre 1787 die Trennung radikal verwirklicht hat. Die Kirche tritt hier, bedingt durch die historische Entwickelung, im öffentlichen Leben vollkommen zurück. Anders liegen die kirchlichen Verhältnisse in den Westländern. In Frankreich kontrolliert die Regierung im weitgehenden Maße die Religionsübung. In Belgien gewährt der Staat der Kirche sogar Zuschüsse. In all diesen Ländern herrscht aber übereinstimmend eine bemerkenswerte Gleichgültigkeit gegenüber der Kirche, was äußerlich in dem Fehlen der amtlichen Konfessionsstatistik in Erscheinung tritt. In Deutschland sehen wir gemäß seinem besonderen nationalen Eigenleben ein Bild vor uns, das mit den erwähnten Ländern in keiner Hinsicht eine Gleichartigkeit zeigt. Wenn, wie treffend einmal bemerkt, die Religion in Deutschland zu den bedeutungsvollsten Momenten der sozialen Differenzierung: gehört und betont wurde, daß die Gliederung der Bevölkerung nach der Konfession eng mit ihrer Gliederung nach politischen, wirtschaftlichen und sozialen Gesichtspunkten zusammenhängt, so ist es unseres Erachtens nicht verwunderlich, daß die Konfessionsstatistik von amtswegen seit langer Zeit eifrig betrieben wird. Daß ein derartiges Wirken mit der Toleranzidee, die seit der: Aufklärungszeit auch in Deutschland zu Haus ist, in keiner Beziehung im Widerspruch steht* dürfte wohl kaum bezweifelt werden. Wenngleich die begriffliche Trennung von Staat und Kirche durch das Kirchenaustrittsgesetz des Jahres 1873 einen starken Impuls erhielt, verursachte dieses Gesetz der amtlichen Konfessionsstatistik keinerlei Schädigung; ebensowenig der Aufruf der Preußischen Regierung an das preußische Volk vom 13. November 1918, wo es heißt: Ausbau aller Bildungsinstitute, insbesondere der Volksschule, Schaffung der Einheitsschule, Befreiung der Schule vor jeglicher kirchlicher Bevormundung, Trennung von Staat und Kirche. Werfen wir vollends einen | Blick auf die Reichs verf assungvom

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.