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Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden · 1926-01-01 · Heft 4-6 · p. Seite 54

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Journal
Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
Volume
3 (1926) (Neue Folge)
Issue
Heft 4-6
Date
1926-01-01
Page
Seite 54 (sequence 15)
Language
German
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— 54 — „Mitte" bewohnen, folgen in ihrer Kinderzahl weder den wohlhabenden Familien des Westens noch den proletarisierten Teilen des Nordens und Ostens. Auf 100 Erstgeborene kamen also im Westen drei Viert- und Mehrgeborene, im Bezirk Mitte 26. Enclaven eingewanderter Juden in Charlottenburg und im Bezirk Tiergarten beeinflussen im übrigen die Statistik der westlichen Beziike, so daß die ganze Entwicklung nicht in voller Schärfe zu Tage tritt. Bei den Juden des Nordens und Ostens findet eine deutliche Angleichung in die Verhältnisse des Westens statt. Obwohl wirtschaftlich viel ungünstiger gestellt, haben sie noch einen größeren Kindersegen als ihre reicheren Glaubensgenossen im Westen. Leider besitzen wir keine Auszählung nach dem Geburtsort der Eltern, das Urmaterial ließ eine solche Erforschung nicht zu. Das in Berlin geborene jüdische Element wohnt zumeist im Westen, während die Zuwanderung des Ostens im sogenannten alten Berlin besonders Berlin-Mitte aufgefangen wird. Auf Grund des vorliegenden Materials ergibt sich die Tatsache, daß im Westen etwa nur noch auf jede dritte jüd. Ehe ein zweites Kind kommt. Berücksichtigen wir gar noch die aus anderen Auszählungen gewonnene Tatsache, daß über 30% der weiblichen jüdischen Bevölkerung überhaupt nicht zurEheschließung gelangten, so kommen — genauere Ausrechnung wird erst nach Auszählung der jüd. Bevölkerung nach Altersklassen möglich sein — auf 100 geschlechtsreife Jüdinnen der Westbezirke nur 20 bis höchstens 25 Zweitgeborene. Unberücksichtigt blieb dabei die starke Beteiligung des Westens an der Mischehe. Da sich bei der Eheschließung der Wohnort nicht ganz feststellen ließ, so können wir wenigstens aus dem kümmerlichen Nachwuchs auf die Eltern schließen. Es gab 1921 Geborene mit jüd. Vater u. ehr. Mutter jüd. Mutter u. ehr. Vater Vater u. Mutter unehel. [utter P •d* CS 1. im Westen Berlins .... 132 64 1017 17 2. eigentl. Alt-Berlin u. Vororten 95 63 1149 155 1922 1. im Westen .... 88 62 1071 15 2. Alt-Berlin u. Vororte . 100 61 936 158 1923 1. im Westen .... 112 64 978 21 2. Alt-Berlin u. Vororte . 84 63 1057 167 Zus. 1921/23 1. im Westen .... 339 190 3066 53 2. in Altberlin u. Vororten 279 187 3143 480 Man fühlt förmlich aus den Ziffern der Statistik heraus, wie sich der Jude in den westlichen Teilen Berlins in die Mischehe flüchtet, während im Osten für die Jüdin die uneheliche Mutterschaft als häufige Erscheinung auftritt. Sie tritt gewissermaßen in das Manko, das die Statistik für die Mitbeteiligung an der Mischehe zeigt. Der sexuelle Verkehr des Juden mit der Nichtjüdin führt häufiger auch zur Ehe als der Jüdin mit dem Christen. Die im Osten geschlossenen rein religiösen Ehen sind in Deutschland nur zum geringsten Teil nicht anerkannt, so daß ihre Kinder als unehelich gelten. Es gab 1. in West-Berlin .... 963 978 17 21 2. im Osten, Norden und Süden Berlins..... 1044 1057 131 166 Der Unterschied ist so gewaltig, daß er ohne weitere Prozentberechnung auffällt. Eine genaue Untersuchung der einzelnen Stadteile von Berlin ergibt, daß fast gesetzmäßig der Anteil der unehelichen Geborenen mit der Armut der betr. Bevölkerung steigt. In den ärmeren Quartieren treffen wir bis zu 18% jüdische Uneheliche, im Westen dagegegen bei den Wohlhabenden durch-

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