Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Journal
- Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Volume
- 3 (1926) (Neue Folge)
- Issue
- Heft 4-6
- Date
- 1926-01-01
- Page
- Seite 52 (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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- 52 - die zur Aufhebung der Familienbildung mit Kindern führen, sondern rein rationelle Ueberlegungen haben die Mehrzahl der betr. Kategorie vollkommen beherrscht. Der berühmte Gebärstreik, über den man früher gelächelt hat, ist hier tatsächlich praktisch von 75% der Frauen durchgeführt. Die Mischehe ist wohl als die persönlichste Bindung zweier Individuen anzusprechen die ohne Rücksicht auf Gemeinschaft, Familie und Gesellschaft nur ihre persönlichen und erotischen Beziehungen in ihr legalisieren. Das können auch starke wirtschaftliche Interessen sein, wenn ein Partner z. B. die Ehe nur eingeht, um versorgt zu werden. So nimmt das christliche Verhältnis den Juden als Ehemann in den Kauf, wenn sie wirtschaftlich dadurch gut fährt und die arme Jüdin nimmt einen Christen, wenn sie keinen Juden findet. Es mag nun für die Mischehen ein besonderer Umstand vorliegen, die Kinderzahl wegen der religiösen Unstimmigkeit zu beschränken. Vielleicht aber werden die Mischehen in Kreisen geschlossen, in denen sich der Rationalismus unserer Zeit schon fast völlig durchgesetzt hat, Kreise, in denen das Interesse für sich selbst der Hingabe für andere vorgezogen wird. Und tatsächlich sind doch die äußeren Verhältnisse dazu angetan, heute besonderen Wert auf die Erhaltung der eigenen Existenz zu legen. Das Alter der Eltern ist nicht bedeutungslos. Es waren die Eltern in jüdischen Ehen in Berlin bei der Geburt alt (anno 1923) 'S vi -a jüd. Väter _ .o | | | |o 20-25 Jahre 95 4,7 69 23 12 — 25-30 , 516 25,5 353 131 20 7 3 30—35 , 592 29,2 330 189 49 15 8 35-^40 , 485 23,8 255 154 46 18 12 40-45 „ 227 11,1 95 80 29 9 13 45—50 „ 90 4,6 47 32 4 2 3 über50 22 1,1 11 3 1 3 3 2025 100 1160 615- 152 56 42 jüd. Mütter % ivon bei \t 1. >i der 2. si der 3.;i der 4. t: tri 3 "2-2 «o •zi t5 c •a-a •o ä ä 15—20 Jahre 26 1,2 24 — 1 — — 20-25 , 449 22,4 354 82 11 1 1 25-30 . 784 39,1 449 265 48 16 4 30-35 „ 516 25,7 247 185 54 17 12 35-40 , 193 9,6 71 66 33 11 18 40-45 „ 37 1,8 9 9 2 7 10 über45 , 4 0,2 1 1 — 1 2 2025 100 1160 608 149 56 42 Die erste Geburt erlebt die Berliner Jüdin durchschnittlich mit dem 27. Lebensjahr. Für das Jahr 1910 konnte ich nachweisen, daß die erste Mutterschaft bei den Berliner Jüdinnen mit dem 26, 25. Lebensjahr eintrat. Also die Frau kommt immer später zur Geburt ihres Kindes. Während vor 100 Jahren die Frauen schon frühzeitig zu Beginn der 20 er Jahre Mutter wurden, werden sie es jetzt erst gegen Ende der 20 er Jahre, bei der 2. Geburt waren die Mütter durchschnittlich 29 Jahre alt, während sie 1910 erst 28,6 Jahre zählten, die 3. Schwangerschaft war bei 31,4 Jahren, die 4. nach dem 33. Jahr und' die weiteren nach dem 36. Jahre, die entsprechenden Zahlen für die 3., 4., 5. usw. Schwangerschaft waren nach 1910: 30,4 resp. 31,1 resp. 35 Jahre. Also auch hier gehen wichtige Umwälzungen vor sich, von denen wir das Ende nicht vorhersagen können, jedenfalls tritt die Mutterschaft immer später auf, die 1. und 2. Schwangerschaft ist gegen Ende des 3. Lebensjahrzent gprückt, die 3. und 4. Schwangerschaft in die 1. Hälfte der 30 er Jahre und die weiteren Geburten gegen das weitere Ende der 30 er Jahre. Für die Väter ergaben sich folgende. Ziffern: Vaterschaft vor dem 30. Lebensjahr insgesamt nur in 30% aller Fälle, es wurde das Durchschnittsalter festgestellt bei der