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Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden · 1926-01-01 · Heft 4-6 · p. Seite 50

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Journal
Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
Volume
3 (1926) (Neue Folge)
Issue
Heft 4-6
Date
1926-01-01
Page
Seite 50 (sequence 11)
Language
German
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— 50 — Wir wollen demgegenüber gleich die Zahl der Eheschließenden setzen: Es gingen eine Ehe ein (jüd. Mann mit jüd. Frau): 1921 .... 1591 1922 .... 1422 1923 .... 1545 Von den Eheschließenden waren erfahrungsgemäß zirka 20% Partner, die verwitwet oder geschieden waren und von denen etwa die Hälfte bereits Kinder hatten, so daß also die Zahl der Eheschließenden dementsprechend ziffermäßig zu groß ist, wenn wir sie der Ziffer der Geborenen gegenüberstellen. Vergleichen wir unter diesen und anderen Voraussetzungen die Zahl der Erstgeborenen mit der Zahl der zeitlich entsprechend vorhergehenden Eheschließungen, so kommen wir auf einen mäßigen Prozentsatz von etwa 15% Kinderlosen, eine Ziffer, die an sich größer wie frühere, aber nicht von besonderer Bedeutung ist. Dagegen fällt wohl jedem, der sich die Statistik betrachtet, der ungeheure Abfall von der Erstzur Zahl der Zweitgeborenen auf. Auf 2 Erstgeborene kam nur noch ein Zweitgeborenes und auf 8 Erstgeborene nur noch ein Drittgeborenes. Wir können, wenn wir auf Grund der Zahl der Eheschließungen uns ein Bild von den Ehen machen, annehmen, daß rund in 10% der Ehen nur noch ein drittes Kind zur Welt kommt, Viertgeborene in 4% der Ehen, Fünftgeborene nur noch in jeder 50. jüdischen Ehe. Von je 100 Geburten entfielen in Berlin bei der allgemeinen Bevölkerung auf Erstgeb. Zweitgeb. Drittgeb. Viert- bis Sechstgeb, Mehrgeb. Zusammei 1880 . . . 18 20 18 32 12 100 1896 . . . 27 23 17 23 10 100 1910 . . . 34,4 26,6 16 17 6 100 1923 . . . 54,5 27 9,5 7 2 100! bei den Juden: ' 1910 . . . 34,7 30,5 15,4 15,9 3,5 100 i 1923 ... 57 31 7,4 4 0,6 100 Eine normale Struktur eines fast reinen | Zweikindersystems hätte dagegen etwa folgenden Aufbau: Erstgeborene 50 Zweitgeborene 40 | Drittgeborene 10 | Die vorliegende Statistik ergibt die absolut sichere Gewähr dafür, daß von der Hälfte der Berliner Bevölkerung bereits das Einkindersystem durchgeführt wurde, daß sich bei der knapp übrigen Hälfte zwar noch zwei Kinder vorfinden. Der Unterschied zwischen der Zahl der Einkinderehen und Zweikinderehen ist also wie 100:50, bei den Zweikinderehen zu den Dreikinderehen eher wie 100 : 25. Die Zahl der kinderreichen Familien wird fast belanglos. Hatten wir schon 1910 einen erheblichen Rückgang der Familien mit mehr als 6 Kindern feststellen können, so war jetzt ihr Einfluß ziffernmäßig fast ausgeschaltet. Man kann die Erscheinung kaum mehr zahlenmäßig feststellen. Sogar in den ohnedies kleinen Ziffern 1922 und 1923 zeigt sich dieser Rückgang deutlich. Die 22 Sechstgeborenen des Jahres 1922 sind das Jahr später nur noch 9. Konnte ich in meiner gekrönten Preisarbeit der Gesellschaft für Rassenhygiene „die Schädigung der Rasse durch soziales und wirtschaftliches Aufsteigen" bewiesen an den Berliner Juden (Berlin 1914 Louis Lamm) den Satz aufstellen, daß bei den Juden das reinste Zweikindersystem durchgeführt ist, so war das für damals absolut richtig. Der Ziffer der Erstgeborenen entsprachen die Zweitgeborenen beinahe. Es war der Gedanke naheliegend, daß nach Durchführung des Zweikindersystems der Prozeß der Einschränkung der Geburten ein Ende fände. Es zeigt sich aber jetzt die absolute einwandfreie nachweisbare Tendenz

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