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Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden · 1926-01-01 · Heft 4-6 · p. Seite 47

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Journal
Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
Volume
3 (1926) (Neue Folge)
Issue
Heft 4-6
Date
1926-01-01
Page
Seite 47 (sequence 8)
Language
German
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- 47 — sollte. Wir wissen vielmehr, daß von vollständig weißen und nordisch aussehenden Individuen, die in Wirklichkeit von Mulatteneltern stammen, später wieder ganz schwarze Kinder geboren wurden oder auch, daß schwarze Kinder nach Generationen noch in solchen Familien auftreten. Dies bedeutet also, daß das schwarze Element durchaus nicht vollständig aus dem Keimplasma verschwunden zu sein braucht, wenn das äußere Ansehen der Person für das meist ungeübte Auge des Betrachters Reinrassigkeit vortäuscht. Die Wissenschaft drückt das so aus, daß sie unterscheidet zwischen einem Genotypus und einem Phaen o t y p u s. Unter Genotypus versteht man die Beschaffenheit des Keimplasma in den Geschlechtsorganen, unter P h a e - n o t y p u s versteht man die Beschaffenheit des gesamten Körpers. Es ist oben darauf hingewiesen, daß diese Beschaffenheit nur bei reinrassigen Individuen übereinstimmt, es muß aber darauf hingewiesen werden, daß man ohne Kreuzungsexperimente nicht erkennen kann, ob Rassigkeit vorliegt oder ob nur die Körperlichkeit des zu prüfenden Individuums uns Reinrassigkeit vortäuscht. Wenn also das jüdische Volk zu einem Teil früher aus einer Familie hervorgegangen war, so folgt daraus durchaus nicht, daß diese Abkömmlinge aus dieser Familie rassige Individuen sein müssen, selbst wenn keine spätere Bastardierung mit anderen Rassen stattgefunden hätte. Immer wieder können die ursprünglichen Bestandteile auch bei Abkömmlingen einer Familie durch die zahllosen Möglichkeiten und Varianten bei der Reifeteilung der Geschlechtszellen entstehen. Die Wissenschaft spricht in diesen Fällen meist von Variationen und spontanen Mutationen reiner Linien. Reine Linien gibt es nur auf dem Papier und in dem Begriff, aber nicht in der Wirklichkeit und in der Natur. Wenn wir daher selbst in reinen Linien Abweichungen von dem durchschnittlichen Verhalten finden, die teils Variationen, teils Mutationen genannt werden, so erklären sich diese Abweichungen leicht dadurch, daß sie die Folge seltener Kombinationen oder Zusammenstellungen an verschiedener Erbgutbeschaffenheit in den zwei bei der Befruchtung zusammentretenden Geschlechtszellen sind. Je reiner die Rasse wird, d. h. je mehr Inzucht getrieben wird, um so häufiger werden bestehende Kombinationen und um so gleichartiger werden die Individuen in einer solchen Rasse. Die Wahrscheinlichkeitslehre zeigt aber, daß bei der großen Zahl der Chromosomen im Erbgut des Menschen alle Zeitepochen nicht ausreichen, um das Auftreten auch nur einer einzigen reinen Linie wahrscheinlich zu machen. Wenn irgend^ wo durch seltenen Zufall einmal eine wirklich reine Linie entstanden wäre, was ja nicht abgeleugnet werden kann, so würde diese reine Linie doch sofort wieder bastardiert worden sein mit nicht so reinen Linien, da man ja das Auftreten einer solchen reinen Linie nur am Erbgutexperiment nach Mendel, nicht aber aus der Beschaffenheit der Individuen erkennen kann. Also wenn das jüdische Blut für einen Teil der Bekenner des jüdischen Glaubens die Abstammung von einem einzigen Patriarchenpaar bedeutete, so würde es theoretisch möglich sein, auch trotz Bastardierung in.der Vergangenheit, daß einzelne Individuen als reinrassige Repräsentanten dieses Patriarchenpaares gelten kön-

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