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Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden · 1926-01-01 · Heft 4-6 · p. Seite 43

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Journal
Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
Volume
3 (1926) (Neue Folge)
Issue
Heft 4-6
Date
1926-01-01
Page
Seite 43 (sequence 4)
Language
German
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- 43 - der Fälle vorhanden. In 14,2^ der Fälle waren Familienmitglieder derselben Generation erkrankt. In der Beobachtungsreihe von Kreinermann fand sich erbliche Belastung dagegen in 32«^. Bezüglich der D a u e r der Krankheit war in der Beobachtungsreihe von Werner folgendes zu ersehen: Genaueres war nur bei 221 Patienten festzustellen. 59 oder 26,7^ gehörten dem 1. Stadium, 49 oder 22,2% dem 2. Stadium, der Rest von 112 50,7^ dem 3. Stadium an. Ein Patient ging an einer Miliartuberkulose zugrunde. Es ergibt sich also ein Ueberwiegen der ausgedehnten Krankheitsprozesse im Gegensatz 2U der Statistik von Kreinermann, der nur 9,8% Fälle des 3. Stadiums und ein Ueberwiegen der Anfangsfälle mit 48,5% fand. Die Ursache für diese auffällige Tatsache scheint zunächst darin zu liegen, daß die Widerstandsfähigkeit des Körpers gegen die Krankheit infolge der Lebensmittelnot und der Entbehrungen der Kriegs- und ersten Nachkriegsjahre sehr herabgesetzt war, so daß die Tuberkulose infolgedessen schneller und ungehemmter um sich greifen konnte. Dann aber zwang wohl auch die Wohnungsnot dazu, die für ihre Umgebung gefährlichen Kranken aus der Wohnung zu entfernen, d. h. dem Krankenhaus zuzuführen. Selbstverständlich hat sich auch die M o r - talität dem Charakter der Fälle entsprechend verändert. Während Kreinermann eine Mortalität von 20% angibt, haben wir jetzt 38,7% Todesfälle zu verzeichnen. Auffällig ist dabei die relativ große Zahl (15=17,2%) der rasch Verla u f e n e n Fälle, d. h. der Patienten, die bereits im 1. Jahre nach Beginn der Erkrankung ihrer Krankheit zum Opfer gefallen sind. Leider macht Kreinermann keine Angaben über diese spezielle Frage. Im einzelnen ist über die Dauer der Krankheit folgendes zu sagen: Weniger als 1 Jahr bestand die Krankheit in 38,7%, von 1—5 Jahren in 28,9%, von 5—10 Jahren in 14,7%, von 10—15 Jahren in 8,4%, zwischen 15—20 Jahren in 2,2%, über 20 Jahren in 4,9^. Als Durchschnittsdauer bis zur Krankenhausbehandlung ergeben sich 4,3 Jahre. Die Zahlen, die Kreinermann über die Dauer der Krankheit angibt, sind bedeutend günstiger. Er fand nur in 12% ein noch nicht einjähriges Bestehen der Krankheit, zwischen 1—5 Jahren dauerte die Krankheit in 20%, zwischen 5—10 Jahren in 28,8%, zwischen 10—15 Jahren in 22,6%, zwischen 15—20 Jahren noch in 16,4%. Als Durchschnittsdauer gibt er nur 6—11 Jahre an. Die wirkliche Dauer läßt sich jedoch nur aus den Angaben ableiten, welche die später Verstorbenen gemacht haben. Es starben im Verlaufe des ersten Krankheitsjahres 17,2%, zwischen dem 1. und 5. Krankheitsjahre 41,4%, zwischen dem 5. und 10. Krankheitsjahre 17,2%, zwischen dem 10. und 15. Krankheitsjahre 9,2%, zwischen dem 15. und 20. Krankheitsjahre 3,5%, nach über 20 jähriger Krankheitsdauer 5,8%, also fast 60% in den ersten 5 Jahren ihrer Krankheit. Die Durchschnittsdauer beträgt 5V2 Jahre. Berücksichtigt man die im Verlaufe des 1. Jahres tötlich endenden Fälle nicht, so erhöht sich für die chronischen Fälle die absolute Durchschnittsdauer auf 6% Jahre. Bei der Gegenüberstellung der an meiner Abteilung in den Jahren 1900—1914 und 1920—1924 gemachten Beobachtungen ergibt sich also nicht nur, daß die Zahl der 1920—1924 aufgenommenen Fälle erheblich größer war, sondern daß auch der Krankheitsverlauf im allgemeinen schlechter war als vor dem

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