Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Journal
- Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Volume
- 3 (1926) (Neue Folge)
- Issue
- Heft 4-6
- Date
- 1926-01-01
- Page
- Seite 42 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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— 42 — ■ 20—30 44,3%, von 30-40 31,8%, von 40—50 12,7% und über 50 Jahre nur 2,7% ausmachten, so fällt uns auf, daß die Zahl der Tuberkulosenerkrankungen nach dem 30. Lebensjahre bei den jüdischen Patienten einen relativ größeren Prozentsatz ausmacht, als bei nichtjüdischen Patienten. Mit anderen Worten, wir finden die Lungentuberkulose bei den Juden häufig in höheren Altersklassen, was einen langdauernden, sehr chronisch verlaufenden Prozeß und damit eine relative Gutartigkeit des Verlaufs bezw. eine größere Wiederstandsfähigkeit des Körpers vermuten läßt. Bezüglich der S t a d i e n war nach der Turban Gerhardtschen Einteilung folgendes festzustellen: , 1. Stadium 48,5^, 2. Stadium 40^ und 3. Stadium 9,8^. Beim Vergleich mit 176 Patienten der Charite des Jahres 1909 finden wir 46% des 1. Stadiums, 36,9^, des 2. Stadiums und 11,36^ des 3. Stadiums. Es ist also hier kein großer Unterschied vorhanden. Vergleichen wir aber den Ausgang der Krankheit mit demjenigen der Charite- Patienten, so finden wir bei unseren Patienten einen tötlichen Ausgang nur bei 28 Patienten, was 20^ ausmacht, dagegen betraf die Sterblichkeit für die in der Charite aufgenommenen Patienten für das Jahr 1910 bei 277 Patienten 25,6^, für 1911 (bei 360 Patienten) 29,7^ und 1912 (bei317 Patienten) 27,3^. Entsprechend ist auch der Unterschied in Bezug auf den Ausgang in Besserung bezw. Heilung. Die Zahl der gebesserten Patienten betrug im jüdischen Krankenhause 106 73,3^, während dieselben für die Charite in den Jahren 1910—12 auf 954 aufgenommene Patienten nur 499 betrug (= 52,3^). Da auch mir bei den Patienten meiner Krankenabteilung aufgefallen war, d a ß s i c h die Verhältnisse unter der Einwirkung des Krieges geändert haben, so hatte ich Herrn Dr. W e r n e r veranlaßt, die Krankengeschichten von 255 Fällen, die in den Jahren 1920—1924 auf meiner Abteilung zur Beobachtung kamen, zu bearbeiten. Es handelte sich um 225 Fälle und zwar um 138 Männer (61,3 <$0 und 87 Frauen (38,7^). Davon starben 87 Patienten oder 38,7^ (56 Männer und 31 Frauen) im Krankenhause. Als gebessert konnten 103 Patienten oder 45,8^ (63 Männer und 40 Frauen) entlassen werden. Ohne Einfluß war der Krankenhausaufenthalt bei 35 Tuberkulösen oder 15,5% (18 Männer und 17 Frauen). Bei den Männern trat die Krankheit nur in einem Falle bereits im 1. Lebensjahrzehnt auf. Im 2. Dezennium steigt die Erkrankungsziffer auf 22,4^, sie erreicht im 3. den Höhepunkt mit 35,8^, fällt im 4. bis auf 20,9^, sinkt dann in den folgenden Jahrzehnten allmählich ab, um erst im 9. Jahrzehnt mit 1 Patienten die Ausgangshöhe wieder zu erreichen. Bei den Frauen verläuft die Kurve ähnlich. Jedoch ist das 1. Dezennium prozentual etwas stärker beteiligt, wie überhaupt der Krankheitsbeginn sich mehr auf alle Jahrzehnte verteilt. Aber auch hier ist der Höhepunkt im 3. Jahrzehnt (32,6^), die Kurve fällt nun aber nicht wie bei den Männern steil ab, sondern hält sich auch im 4. Jahrzehnt noch nahe der eben genannten Höhe (25,6 ^Q, stürzt dann zunächst steil ab, um im 6. und 7. Jahrzehnt in gleicher Höhe stehen zu bleiben und im 8. ganz abzusinken. Eine erbliche Belastung war in der Statistik von Dr. W e r n e r in 20,9 #