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Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden · 1926-01-01 · Heft 1-3 · p. Seite 91

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Journal
Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
Volume
3 (1926) (Neue Folge)
Issue
Heft 1-3
Date
1926-01-01
Page
Seite 91 (sequence 22)
Language
German
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- 91 - neuer Ztichtungsprinzipien. Die Gesetze der Vererbung sind den Eugenikern und Rassenhygienikern durchaus bekannt und vertraut, was einzig und allein fehlt, ist bisher noch die Anwendung in der Praxis. Zum Schluß möchte Verfasser noch einige Bemerkungen über die weit verbreitete Auffassung machen, die wir in Rassebüchern vertreten finden, daß die Juden als Westasiaten anthropologisch ein europa-fremdes Element darstellen, welches in bezug auf Rassigkeit allen Europäern weit ferner gegenüberstände als die Europäer untereinander. Demgegenüber hat Verfasser wiederholt betont, daß dieselben anthropologischen Elemente bei den Westasiaten wie bei den Europäern derartig gemischt vorkommen, daß wir wohl von einer Verschiedenartigkeit von Populationen, nicht aber von rassigen Verschiedenheiten von Europäern und Westasiaten sprechen können. Dem Verfasser ist kein einziges Merkmal bekannt, welches bei Westasiaten gefunden, bei Europäern vermißt würde, oder welches bei Europäern gefunden, bei Westasiaten vermißt würde. Wir kommen, wie gesagt, nur zu einer anthropologischen Verschiedenheit der Juden von der nichtjüdischen Bevölkerung, wenn wir Populationsdurchschnitte nehmen und dann können wir Unterschiede von gleicher Größe zwischen einzelnen benachbarten Orten innerhalb Europas und zwischen Angehörigen verschiedener Berufe desselben Volkes feststellen. Verfasser würde es mit Freude begrüßen, wenn innerhalb der heutigen Religionsgemeinschaften die neuen Ergebnisse der Rassenlehre und der Eugenik Anwendung fänden. Dann würde es möglich sein, alle diejenigen Unterschiede zu beseitigen, welche heute das Leben vieler Juden erschweren und manchem Juden das Sicheinfinden und Einleben in die nichtjüdische Bevölkerung verlangsamen. Mit der Darlegung, daß es bisher keine jüdische Rasse gibt undgeben konnte, fallen auch alle Folgerungen, welche Rassenfanatiker über Vorzüge und Fehler der einzelnen Menschenrassen aufgestellt haben. Die Rassenlehre der Zukunft wird als ein die Menschheit nicht trennender und zerreißender, sondern in höchstem Grade verbindender Teil der Wissenschaft zu gelten haben, wenn vernünftige Hände und Köpfe versuchen, die Forderungen der Wissenschaft in die Praxis umzusetzen. Vom Kolonisationswerk der Ico. Die Ica (Jewish Colonization Association) ist am 10. September 1891 durch Baron von Hirsch als Gesellschaft nach englischem Recht gegründet worden. Ihr Ziel war von Anfang an darauf gerichtet, den jüdischen Menschen in Europa und Asien, die in ihrer Heimat gesetzlichen Schranken unterworfen waren, durch Auswanderung ein neues Vaterland zu

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